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breitet. Dieſe beſſere Richtung iſt insbeſondere auch dem Einfluß eines trefflichen Buches über das Geſellenzunftweſen zuzuſchreiben, welches der Schreinergeſell Agricola Perdiguier, genannt Avig⸗ nonnais⸗la⸗Vertu, 1841 zu Paris bei Pagnerre in zwei Octodez⸗ bänden herausgegeben hat. In dieſem von tüchtiger Geſchichts⸗
kenntniß zeugenden Buch findet man merkwürdige Einzelheiten über
die Geſellenzünfte. Perdiguier ſpricht laut ſeinen Unwillen aus über die Gewaltthätigkeiten, welche nur verderben können, was
das Geſellenzunftweſen Nützliches hat. — Das Werk iſt mit ausge⸗
zeichnetem Geradſinn und Verſtand und mit Mäßigung geſchrieben und nicht nur als gute ſchriftſtelleriſche Arbeit zu loben, ſondern auch als ein Beweis von Selbſtverleugnung und Muth. Perdiguier hat lange und ſtandhaft kämpfen müſſen, um ſeine Brüder auf ver⸗ nünftige friedliche Gedanken zu bringen. Ohne Beihülfe hat dieſer Mann in der St. Antonsvorſtadt eine anſpruchloſe Anſtalt ge⸗ gründet, welche für die arbeitende Klaſſe vom größten Nutzen iſt. In dieſem Hauſe, wo muſterhafte Ordnung und Rechtlichkeit wal⸗ tet, beherbergt er 40 — 50 Schreinergeſellen, denen er jeden Abend nach Beendigung der Tagarheit Vorträge über Geometrie und Li⸗ neararchitectur, angewandt auf die Bearbeitung des Holzes, hält. Wir haben einem dieſer Vorträge beigewohnt und gefunden, daß die Deutlichkeit der Auseinanderſetzung und der Verftand, mit wel⸗ chem dieſelbe von den Zubörern aufgefaßt wird, nicht übertroffen wer⸗ den können. Zum Schluß wird gemeinſchaftlich geleſen und um zehn Uhr ziehen ſich alle Gäſte Perdiguiers in ihre beſcheidenen Schlafſtätten zurück. (Der geringe Betrag ihres Lohnes nöthigt ſie, zu Vieren in einem kleinen Zimmer beiſammen zu ſchlafen).— Perdiguier hat uns verſichert, Unterricht und Lernen wirkten ſo vortheilhaft auf die Sittlichkeit, daß er ſeit ſechs Jahren nur einen einzigen ſeiner Miethsleute habe ausweiſen müſſen. Schlechte Menſchen, ſagt er, finden nach zwei bis drei Tagen, daß hier ihr Platz nicht iſt, und gehn von ſelber fort.— Wir ſchätzen uns glücklich, daß wir hiermit öffentlich unſere ach⸗ tungsvolle Anerkennung ausſprechen können in Betreff eines kennt⸗ nißreichen, redlichen Mannes, welcher edelmüthig für die arbeitende Flaſſe wirkt.
²) Die Wölfe und die Gavots führen den Urſprung ihrer Zünfte auf den König Salomo zurück. Obiger Kriegsgeſang iſt aus dem in der vorigen Anmerkung erwähnten Werk von Agricola Perdiguier genommen, in welchem das Nähere über dieſen Gegen⸗ ſtand nachgeleſen werden kann.
In ſeinem kürzlich bei Fournier rſchienenen Werkchen über die Luft in Bezug auf Geſundheit verbreitet ſich Herr „Adolf Bobierre über die Nothwendigkeit, zur Erhaltung der Ge⸗
ſundheit die Luft zu erneuern. Wiſſenſchaftliche Erfahrungen er⸗
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