Anmerkungen.
¹) In der Ruche Populaire (Bienenkorb des Volkes), einer be⸗ — reits früher erwähnten Sammlung trefflicher Aufſätze, die von 1 Handwerkern geſchrieben werden, lieſt man Folgendes: 46 , * „Matratzenkardätſcherinnen. Der Staub, welcher aus der Wolle aufſteigt, macht aus dem Kardätſchen ein der Geſund⸗ heit nachtheiliges Geſchäft, deſſen Ge noch geſteigert wird durch die im Handel vorkommenden Verlälſchu er Waare BeimSchlach⸗ ten eines Hammels wird die Halswolle mit Blut befleckt. Um ſie ver⸗ kaufen zu können, muß man ſie entfärben. Sie wird mit Kalk gebleicht. Ein Theil des Kalkes bleibt in der Wolle ſitzen. Wird dieſe ver⸗ arbeitet, ſo ſchlägt der Kalkſtaub der Arbeiterin auk die Bruſt und verurſacht ihr gewöhnlich Magenkrämpfe und Erbrechen, wodurch ſie in einen jämmerlichen Zuſtand verſetzt wird. Die meiſten ent⸗ ſagen dieſem Geſchäft. Die dabei bleiben, tragen wenigſtens einen oder einen Aſthma davon, welche nur mit dem Leben auf⸗ ören.
Nun kommt das Roßhaar. Selbſt das theuerſte, welches Mu⸗ ſter genannt wird, iſt nicht rein. Man kann leicht denken, wie das geringe ſeyn muß, welches von den Arbeiterinnen Vitriolhaar ge⸗ nannt wird, und kein wahres Roßhaar iſt, ſondern der Ausſchuß von Vockshaar und Wildſchweinborſten. Dieſe werden erſt durch Vitriol, dann durch eine Farbe gezogen, um die fremdartigen Theile wie Stroh, Dornen und ſelbſt Stückchen Haut zu verbrennen oder zu verdecken, anſtatt, was freilich mühſamer wäre, ſie herauszu⸗ nehmen. Man findet dieſe Theike oft noch bei Verarbeitung des Haars. Aus dieſem ſteigt ein Staub auf, welcher nicht weniger Verheerung anrichtet, als die Kalkwolle.
Zum Lob der Arbeiter müſſen wir ſagen, daß dieſe blutigen Auftritte um ſo ſeltner werden, je mehr ſich unter den angehenden
Handwerkern Aufklärung und Bewußtſeyn ihrer Menſchenwuͤrde ver⸗


