Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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Die Lippen bewegten ſich noch einen Augenblick und der alte Simon verſchied.

In dieſem Augenblick erſcholl draußen in der Nacht der Ruf: „Feuer!“

Die Flamme ſchlug aus der Mitte einer der Werkſtätten hervor, in welcher viele brennbare Stoffe lagen. Der kleine Kerl mit dem Wieſelgeſicht war dort hineingeſchlüpft. Gleich⸗ zeitig vernahm man das Rollen der Trommeln an der Spitze einer Abtheilung Truppen, die vom Thor der Stadt heran⸗ gerückt kam.

Eine Stunde war ſeit dem Ausbruch des Brandes ver⸗ floſſen, und die Bemühungen, zu löſchen, waren erfolglos. Ein heftiger Nordwind ſauſte durch die kalte ſternhelle Nacht. Durch das Feld kam mit langſamen ungleichen Schritten ein Mann daher. Eine Erhöhung vor ihm verbarg ſeinen Augen die Feuersbrunſt. Dieſer Mann war Hardy. Er kam zu Fuß, in der Hoffnung, daß der Gang im Freien ſein Fieber beruhigen würde, — ein kaltes Fieber gleich dem Fröſteln eines Sterbenden. Seine angebetete Geliebte, das edle Weib, bei welchem er Zuflucht hätte finden können nach der ſchreck⸗ lichen Enttäuſchung an dieſem Tage — ſie hatte Frankreich verlaſſen und war nach Amerika abgereiſt. Ihre Mutter hatte als Buße für ihren Fehltritt von ihr verlangt, daß ſie kein Wort des Abſchieds an den Mann ſchriebe, dem ſie ihre Pflicht als Gattin aufgeopfert. Margarete hatte ge⸗ horcht. Oft hatte ſie ihm ja geſagi: Zwiſchen Ihnen und meiner Mutter würd' ich nicht ſchwanken. Und ſie hatte nicht geſchwankt. Keine Hoffnung mehr! Auch wenn nicht das Weltmeer ihn von Margareten trennte, wäre doch jede Verbindung mit ihr zerriſſen. Dafür bürgte ihre blinde Unterwürfigkeit unter den Willen ihrer Mutter. Auf dieß Herz, ſeine letzte Zuflucht, konnte er nicht mehr rechnen. Die beiden Hauptwurzeln ſeines Lebens waren gleichzeitig ausgeriſſen.

„Was bleibt dir,“ ſprach er für ſich, „als Troſt für die verlorne letzte Liebe, für die durch den Verrath in deinem Herzen getödtete Freundſchaft? — — — Es bleibt dir dieſer