Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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nem Blick. Sein Kopf war mit einer Binde umwickelt, aus welcher ſeine blutigen weißen Haare hervorſahen. Zu Häup⸗ ten des Bettes ſtand der Marſchall über ſeinen Vater ge⸗ beugt, in Angſt und Verzweiflung das geringſte Zeichen von Bewußtſeyn des Sterbenden erſpähend, deſſen ſchwachen Puls ein Arzt fühlte. Roſa und Blanca knieten weinend mit ge⸗ falteten Händen vor dem Bett. Im Hintergrund des mit der einbrechenden Nacht düſter werdenden Zimmers ſtand Dagobert, die Arme auf der Bruſt verſchränkt, mit dem Aus⸗ druck des Schmerzes auf dem Geſicht.

In dem Gemach herrſchte ein feierliches Schweigen, zu— weilen unterbrochen durch das Schluchzen der beiden Mädchen und durch das Röcheln des Greiſes. Die Augen des Mar⸗ ſchalls waren trocken, düſter und glühend. Er wandte ſie nicht von dem Geſicht ſeines Vaters ab, außer um einen fra⸗ genden Blick auf den Arzt zu werfen. Dieſer Arzt war durch eine ſeltſame Fügung der Doctor Baleinier. Sein Kranken⸗ haus befand ſich nicht weit vom nächſten Thor der Stadt, und da er in der Umgegend einen großen Ruf hatte, war er herbeigerufen worden. Plötzlich machte Baleinier eine Be⸗ wegung. Der Marſchall bemerkte ſie und rief: „Hoffnung!“

„Wenigſtens wird der Puls etwas lebhafter.“

„Er iſt gerettet!“

„Keine falſchen Hoffnungen, Herr Herzog,“ erwiderte ernſt der Doctor. „Der Puls belebt ſich wieder in Folge heftiger Mittel, die ich auf die Füße angewandt habe. Aber über den Ausgang der Kriſis kann ich nichts ſagen.“

„Vater! Vater! Hören Sie mich?“ rief der Marſchall, als er den Greis eine leichte Bewegung des Kopfs, begleitet von einer Regung der Wimpern, machen ſah.

Bald öffnete der Verwundete die Augen. Sein Blick ver⸗ rieth Bewußtſeyn.

„Vater! — — Du lebſt — — Du erkennſt mich!“ rief der Marſchall freude⸗ und hoffnungstrunken.

„Peter. biſt Du da?“ ſagte der Greis mit ſchwacher Stimme. Deine Hand — — gib — — —“. Und er machte eine leichte Bewegung.

„Hier iſt ſie, Vater!“ rief der Marſchall, die Hand feines Vaters drückend, und ſein Geſicht, ſeine Haare und ſeine Hände

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