Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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aus der Dorfſchenke vor den Wölfen entflohen war. Bleich und athemlos rief er: „Herr Simon, Herr Simon! — — Da ſind ſie! — — Sie kommen! — — Sie wolleu die Fabrik angreifen!“

„Wer?“ fragte der Greis aufſpringend.

„Die Wölfe, Steinbrecher und Steinmetzen, zu welchen unterwegs eine Menge Leute aus der Umgegend und Geſindel von den Thoren der Stadt geſtoßen iſt. Hören Sie? Sie rufen: Tod den Freſſern!

Wirklich kam das Geſchrei immer näher und ward immer deutlicher. Der Marſchall ſtand ebenfalls auf und ſagte: „Das iſt der Lärm, den ich vorhin gehört habe.“

„Herr Simon,“ fuhr Olivier fort, „es ſind ihrer mehr als zweihundert. Sie ſind mit Knütteln und Steinen be⸗ waffnet, und unglücklicher Weiſe befinden ſich die meiſten Arbeiter der Fabrik zu Paris. Hier ſind unſerer im Ganzen nicht mehr als vierzig. Die Weiber und Kinder fliehen ſchon unter Angſtgeſchrei in die Zimmer. Hören Sie?“

Die Decke ward durch ein ſtarkes Getrappel erſchüttert.

„Sollte das ein ernſtlicher Angriff ſeyn?“ fragte der Mar⸗ ſchall ſeinen Vater.

„Sehr ernſtlich,“ antwortete der Greis beſorgt. „Es gibt nichts fürchterlicheres als Geſellenſtreit, und obendrein wird ſeit einiger Zeit Alles aufgeboten, um die Leute der Umge⸗ gend gegen die Fabrik aufzuhetzen.“

„Wenn Eure Zahl zu klein iſt,“ bemerkte der Marſchall, „ſo müßt Ihr erſtlich alle gugnge verrammeln und dann — — —

Der Marſchall konnte nicht ausreden. Ein fürchterliches Geſchrei ganz aus der Nähe machte die Fenſter erzittern. Der Marſchall, ſein Vater und der junge Arbeiter eilten in das Gärtchen, welche durch eine ziemlich hohe Mauer gegen das Feld abgeſchloſſen war. Das Geſchrei verdoppelte ſich. Ein Hagel von Steinen ſchlug mehre Fenſter des erſten Stockwerks ein, prallte zum Theil von der Mauer ab und fiel um die drei Männer herum in den Garten. Einer dieſer Steine fiel dem alten Simon auf den Kopf. Der Greis ſank zu⸗ ſammen und fiel blutend in die Arme des Marſchalls, wäh⸗ rend außen mit geſteigerter Wuth der Ruf erſcholl: „Krieg und Tod den Freſſern!“ .