Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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Mittel anbietet, mit dem König von Rom in Verbindung zu treten und ihn vielleicht ſeinen Henkern zu entführen . . ?

„Und wenn nun Napoleon II. frei iſt?“ fragte der Greis, ſeinen Sohn ſcharf anſehend.

„Dann!..!“ rief der Marſchall. Und mit gepreßter Stimme fuhr er fort: „Glauben Sie, Vater, Frankreich ſey gleich⸗ gültig gegen die Demüthigungen, welche es erduldet? Hal⸗ ten Sie vas Andenken des Kaiſers für erloſchen? Nein! Ge⸗ rade in dieſen Tagen der Erniedrigung wird ſein geheiligter Name im Stillen asgerufen. Wie wäre es nun, wenn die⸗ ſer ruhmvolle Name, in ſeinem Sohn wieder auflebend, an der Grenze erſchien? Meinen Sie nicht, alle Herzen in Frankreich würden für ihn ſchlagen?“

„Das wäre eine Verſchwörung wider die gegenwärtige Re⸗ gierung mit Napoleon II. als Fahne. Die Sache iſt be⸗ denklich.“

„Vater, ich habe es Ihnen geſagt, ich bin ſehr un⸗ glücklich. Urtheilen Sie. Ich frage mich nicht nnr, ob ich meine Kinder und Sie verlaſſen ſoll, um mich in eine ſo verwegene Unternehmung zu ſtürzen, ſondern ich frage mich auch, ob ich nicht Verpflichtungen gegen die jetzige Regierung habe, welche, indem ſie meinen Titel und Rang anerkannt hat, mir zwar keine Gunſt erwieſen, aber mir doch hat Ge⸗ rechtigkeit widerfahren laſſen? — Was ſoll ich thun? Alles verlaſſen, was ich liebe, oder fühllos bleiben gegen die Qua⸗ len des Sohnes des Kaiſers — des Kaiſers, dem ich Alles verdanke, was ich bin, dem ich Treue geſchworen habe für ihn und ſeinen Sohn? Soll ich dieſe einzige Gelegenheit ver— loren gehen laſſen, ihn vielleicht zu retten, oder ſoll ich eine Verſchwörung zu ſeinen Gnnſten anſtiften? — Sagen Sie mir, ob meine Anſicht von dem, was ich dem Andenken des Kaiſers ſchuldig bin, übertrieben iſt. Entſcheiden Sie, Vater. Während einer ſchlafloſen Nacht habe ich in dieſem Wirrwarr die Linie herauszufinden geſucht, der ich folgen ſoll, und ich bin in Ungewißheit geblieben. Sie allein, Vater, können mich leiten.“ 5

Der alte Mann beſann ſich einige Augenblicke. Er wollte eben antworten, als ein Menſch durch das Gärtchen gerannt kam und zur Thür hereinſtürzte. Es war Olivier, welcher

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