Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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dert. Ich habe ihm in die Verbannung folgen wollen. Dieſe Gnade iſt mir verſagt worden, und ich habe eine Verſchwörung geſtiftet, habe das Schwert gezogen wider die, welche ſeinen Sohn der ihm von Frankreich gegebenen Krone beraubt hatten.“

„In Deiner Stellung haſt Du Recht gethan. Ohne Deine Bewunderung zu theilen, habe ich Deine Dankbarkeit begriffen und all Dein Thun, von welchem Du ſprichſt, gebilligt.“

„Nun, das enterbte Kind, für welches ich vor ſiebzehn Jahren eine Verſchwörung angezettelt habe, iſt jetzt im Stand, den Degen ſeines Vaters zu führen.“

Der alte Mann ſah ſeinen Sohn betroffen und ängſtlich an und rief: „Napoleon der Zweite? Der König von Rom?“

„König! — Er iſt nicht mehr König .. .. Napoleon! — Er heißt nicht mehr Napolevn. Sie haben ihm, was weiß ich, für einen öſtreichiſchen Namen gegeben, denn der andere Name machte ihnen Angſt. Alles macht ihnen Angſt. Wiſ⸗ ſen Sie, was ſie mit dem Sohn des Kaiſers anſtellen? Sie martern ihn, ſie tödten ihn langſam!“

„Wer hat Dir das geſagt?“

„Einer, der es weiß und der die Wahrheit ſagt. Ja, der Sohn der Kaiſers kämpft mit allen Kräften wider einen früh⸗ zeitigen Tod. Die Augen nach Frankreich gekehrt, wartet und wartet er, und niemand kommt — kein Menſch. Unter all den Menſchen, welche ſein Vater ſo groß gemacht hat, wie ſie klein geweſen waren, denkt nicht ein einziger an das ge⸗ heiligte Kind, welches erſtickt wird und ſtirbt.“

„Und Du denkſt daran?“

„Allerdings. Um aber daran zu denken, mußte ich das grauſame Schickſal dieſes Kindes kennen, dem ich einen Eid der Treue geleiſtet habe an dem Tag, wo der Kaiſer mir es in der Wiege zeigte und ſprach: Alter Freund, du wirſt dem Sohn ſeyn, was du dem Vater geweſen biſt. Wer uns liebt, liebt unſer Frankreich. — Ich habe meine Nachrichten nicht bloß aus einer Quelle geſchöpft. Wenn ich nun aber weiß, was der Sohn des Kaiſers leidet, wenn ich die augen ſcheinlichſten Beweiſe habe, daß man mich nicht täuſcht, wenn ich einen Brief geleſen habe, in welchem eine hochſtehende Perſon am Wiener Hof einem dem Kaiſer treuen Mann die

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