1 ſichtszüge von Wuth verzerrt. In ſeiner Raſerei zerſtach er mit ſeinem Dolch ein rothtuchenes Kiſſen und rief athem los Ah! Blut!. Ich habe ſein Blut! — Was ſoll denn dieſer Unſinn? fragte ich ihn. — Ich bringe den Menſchen um! erwiderte er mit dumpfer Stimme und 2 irrem Blick. meinte damit den Nebenbuhler, den er „8 7 haben glaubt.“ 5
„Das iſt freilich arg,“ bemerkte der Greis.
„Zu andern Zeiten,“ fuhr der Marſchall for Wuth gegen das Fräulein von Cardoville aus, und manchmal auch gegen ihn ſelber Ich habe für gut gefunden, ſeine Waf⸗ fen bei Seite zu ſchaffen; denn ein Menſch, der mit ihm von Java gekommen iſt, und der große Anhänglichkeit für ihn zu haben ſcheint, hat mir geſagt, er vermuthe bei ihm Gedan⸗ ken des Selbſtmords.“
„Der arme Junge!“ ſeufzte der alte Handwerker.
„Nun, Vater,“ ſagte der Marſchall mit tiefem Schmerz, in dem Augenblick, wo meine Töchter und dieſer Pflegſohn meine ganze Sorgfalt in Anſpruch nehmen, könnte ich mich veranlaßt ſehen, ſie zu verlaſſen.“ 3
„Sie zu verlaſſen 2
„Ja, um einer Pflicht zu genügen, die vielleicht heiliget,
iſt, als die Pflicht des Freundes und des Vaters.“ „Was ſollte denn das für eine Pflicht ſeyn?“ Der Marſchall beſann ſich einen Augenblick und erwiderte: „Vater, wer hat mich zu dem gemacht, was ich bin? Wer hat mir den Herzogstitel und den Marſchallſtab gegeben?“ „Napolevn.“ „Für Sie, einen ſtrengen Republikaner, hat er freilich ſeinen ganzen Zauber verloren von dem Augenblick an, wo er ſich aus dem erſten Bürger der Republik zum Kaiſer ge⸗ macht hat.“ „Ich habe ſeine Schwäche verwünſcht. Der Halbgott hat ſich zum Menſchen gemacht.“ . „Aber für mich, der ich Soldat bin und ſtets an ſeiner Seite gefochten habe, für mich, den er von der niedrigſten zur höchſten Stufe im Heer erhoben und mit Wohlthaten überhäuft hat, für mich iſt er mehr als ein Held geweſen. k Ich habe in ihm dankbar einen Freund verehrt und bewun⸗ 1


