Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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„Vater, erſt will ich Ihnen die Pflichten bezeichnen, die mich hier zurückhalten, und dann diejenigen, welche mich von Ihnen, von meinen Kindern und von meinem andern Kind entfernen könnten.“

„Von welchem andern Kind?“

„Von dem Sohn meines alten Freundes, des indiſchen Fürſten.“

„Du meinſt Dſchalma. Wie geht's ihm?“

„Er macht mir Angſt.“

„Er?“

Ein Windſtoß ließ einen furchtbaren Lärm aus der Ferne vernehmen. Der Schall war ſo gewaltig, daß der Marſchall ſich veranlaßt fühlte, ſeinen Vater zu fragen: „Was iſt das?“ „Der alte Mann horchte auf das dumpfe Geſchrei, welches ſich mit dem Windſtoß verlor, und antwortete: „Betrunkene Gäſte aus den Wirthshäuſern vor den Thoren, die im Feld herumſtreichen.“

„Es klang wie das Schreien einer großen Menge Men⸗ ſchen,“ äußerte der Marſchall.

Vater und Sohn horchten weiter. Das Geräuſch hatte aufgehört. Der Greis fragte: „Du haſt mir geſagt, Dſchalma mache Dir Angſt. Warum?“

„Ich habe Ihnen von ſeiner unglücklichen tollen Leiden⸗ ſchaft für das Fräulein von Cardoville geſprochen.“

Der Alte ſah ſeinen Sohn verwundert an und ſagte: „Das macht Dir Angſt? Dſchalma iſt achtzehn Jahre alt. Bei einem ſo jungen Menſchen vertreibt eine Liebe die andere.“

„Ja, wenn es gemeine Liebſchaften ſind. Aber Sie wiſ— ſen doch, daß das Fräulein von Cardoville mit blendender Schönheit das edelſte Herz verbindet und daß eine Verkettung unglücklicher Umſtände es dem Prinzen möglich gemacht hat, dieſe ſchöne Seele ſchützen zu können.“

„Du haſt Recht. Die Sache iſt ernſter, als ich dachte.“

„Sie können ſich nicht vorſtellen, wie dieſe Leidenſchaft den unbändigen Jüngling zerrüttet. Seiner Niedergeſchlagenheit folgen manchmal Ausbrüche wahrer Raſerei. Geſtern hab' ich ihn überraſcht. Seine Augen waren roth, ſeine Ge⸗

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