— 291 — den Sie für Ihren Freund gehalten, hat Sie ſchmählich betrogen.“
„Und der Name dieſes Menſchen?“ „Iſt Herr Marcell von Bleſſac.“ Bei dieſen Worten fuhr Bleſſac zuſammen und ward lei⸗ chenblaß. Mit Mühe ſtammelte er: „Herr! — — —“ Hardy, ohne ſeinen Freund anzuſehen und ohne ſeine Vi wirrung zu bemerken, faßte ihn bei der Hand und ſagte leb⸗ haft: „Still, lieber Freund!“ Sein Auge, funkelnd vor Un⸗ willen, war auf Rodin gerichtet, und mit der Miene tiefſter Verachtung rief er: „Ha! Sie klagen den Herrn von Bleſſac an?“ „Ich klage ihn an,“ wiederholte Rodin feſt. „Kennen Sie ihn?“ „Ich hab' ihn nie geſehen.“ „Und was werfen Sie ihm vor? Und wie können Sie ſich unterſtehen, zu ſagen, daß er mich verrathen hat?“ „Herr Hardy, zwei Worte,“ ſagte Rodin in einem Ton, als könne er ſein Gefühl kaum bemeiſtern. „Wenn ein Ehrenmann einen andern Ehrenmann im Begriff ſieht, von einem Böſewicht umgebracht zu werden, ſoll er dann Mord! rufen oder nicht?“ „Jn.. Aber welche Beziehung. .7“ 6 „Herr Hardy, in meinen Augen ſind gewiſſe Verräthereien eben ſo verbrecheriſch wie Mord. Ich werfe mich hier zwiſchen den Mörder und ſein Opfer.“
„Den Mörder? — — das Opfer?“ wiederholte Hardy er⸗† ſtaunt. 4
„Sie kennen ohne Zweifel die Handſchrift des Herrn von Bleſſac?“
„Ja
Rodin zog einen Brief aus der Taſche, überreichte ihn d Fabrikanten und ſagte: „Leſen Sie dieß.“
Hardy warf jetzt erſt wieder einen Blick auf Bleſſac. ſetzt fuhr er zurück, als er dieſen Menſchen leichen


