Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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an Gefühle knüpfen konnte, ohne welche ich mich ſchwach und wehrlos fühlen würde. Sie glauben nicht, Marcell, welche Stütze und Kraft ich in Ihrer Freundſchaft ſinde.“

„Laſſen Sie uns nicht von mir reden,“ jerwiderte Bleſſac, ſeine Verlegenheit verbergend. „Wir wollen von einem andern Gefühl reden, welches faſt eben ſo zärtlich iſt wie das der Mutter⸗ und der Kindesliebe.“

„Ich verſtehe, lieber Marcell. Ihnen konnte ich es nicht verbeimlichen, da ich unter ſchwierigen Umſtänden Ihren

lich, jeden Tag wächſt meine Liebe zu dieſer Frau — dem einzigen Weib, für welches ich je eine leidenſchaftliche Zu⸗ neigung empfunden habe, dem einzigen, welches ich je lieben werde. Und Ihnen darf ich wohl ſagen, was dieſe Liebe faſt heilig für mich macht. Meine Mutter, welche nicht wußte, was Magarete mir war, hat mir oft mit Lob von ihr geſprochen.“

„Dazu kommt die auffallende Aehnlichkeit der Gemüthsart der Frau von Noiſy mit der Ihrigen, beſonders ihre Liebe zu ihrer Mutter.“

„Allerdings, Marcell. Dieſe Selbſtverleugnung iſt oft Gegenſtand meiner Bewunderung und zugleich meine Qual geweſen. Mehr als einmal hat ſie mir mit ihrer gewohnten Offenheit geſagt: Ich habe Ihnen Alles geopfert, aber ich würde Sie meiner Mutter opfern.“

„Gott ſey Dank, Sie werden nie die Frau von Noiſy die⸗ ſem hartem Kampf ausgeſetzt ſehen. Wie Sie mir geſagt haben, hat ihre Mutter ſeit langer Zeit darauf verzichtet, nach Amerika zurückzukehren, wo Herr von Noiſy, unbe⸗

Durch die Verſchwiegenheit dieſer trefflichen Frau, welche Margareten erzogen hat, iſt Ihre Liebe mit dem dichteſten Schleier des Geheimniſſes verhüllt. Wer könnte dieſe jetzt ſtören?“ „O gewiß nichts! Ich habe faſt Bürgſchaft für ihre Dauer.“

Freundesrath in Anſpruch nehmen mußte. Ich glaube wirk⸗

kümmert um ſeine Frau, für immer bleiben zu wollen ſcheint. 5