benutzen weiß, braucht man von den erwachſenen Mädchen und von den Frauen nicht eine Zeit in Anſpruch zu nehmen, welche ſie beſſer anwenden können.“
„Das alles iſt wirklich ganz vortrefflich eingerichtet.“
„Sie müſſen erſt die Kleinen in der Küche ſehen! Unter Anleitung von ein Paar Frauen verrichten ſie die Arbeit von acht bis zehn Mägden.“
„Freilich!“ bemerkte Angela lächelnd. „In dieſem Alter ſpielt man gar zu gern mit der Puppenküche. Das muß eine Freude für ſie ſeyn.“
„Ganz gewiß. Eben ſo läßt man ſie Gärtchens ſpielen, und ſie hacken die Erde um, ſammeln das Obſt und das Gemüſe ein, begießen die Blumen, rechen die Gänge u. ſ. w. Mit einem Wort: dieß Heer kleiner Arbeiter, welches ander⸗ wärts bis zum elften oder zwölften Jahr nichts leiſtet, macht ſich hier ſehr nützlich. Vom ſechsten oder ſiebenten Jahre an haben ſie drei Schulſtunden, welche für ſie hinreichen, und ihre übrige Zeit dient zu nutzbringender Erholung. Dieſe lieben Kinder erſparen ſo viele große Arme, daß ſie weit mehr verdienen, als ſie koſten. Und dann, Angela, finden Sie nicht, daß die Gegenwart der ſo bei allen Arbeiten be⸗ theiligten Kinder etwas liebliches, reines, faſt heiliges hat, was den Aelteren in ihrem Thun und Reden eine heilſame Zurückhaltung auflegt? Der rohſte Menſch nimmt Rückſicht auf Kinder.“
„Es iſt zum Bewundern!“ ſagte Angela., „Je mehr man die Sache überlegt, deſto mehr findet man daß hier Alles auf das Glück Aller berechnet iſt.“
„Und doch hat es Mühe gekoſtet, die Leute zu dieſem Glück zu gewöhnen, Vorurtheile und Schlendrian mußten überwunden werden. — — Nun ſehn Sie, hier iſt die Küche. Iſt ſie nicht ſo großartig, wie die Küche einer Kaſerne oder einer großen Erziehungsanſtalt?“


