Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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„Jungfer Angela,“ ſagte der Freier, „ich komme mein Verſprechen zu erfüllen, wofern Ihre Mutter es zufrie⸗ den iſt.“

„Gewiß bin ich's zufrieden,“ entgegnete mit Herzlichkeit die Mutter. „Sie hat das Gemeinſchaftshaus und was dazu gehört, bis jetzt noch weder mit ihrem Vater, noch mit ihrem Bruder, noch mit mir beſuchen wollen, weil ſie ſich das Ver⸗ gnügen verſprach, es heut am Sonntag in Ihrer Geſellſchaft zu betrachten. Sie wiſſen ſo gut das Wort zu führen, daß es Ihnen wohl zuſteht, dieſer Neuangekommenen gegenüber den Hauswirth zu machen. Schon ſeit einer Stunde wartet ſie auf den jungen Herrn mit Ungeduld.“

„Entſchuldigen Sie mich,“ ſagte Agricola heiter zu Angela. „Ueber dem Gedanken an das Vergnügen, Sie zu ſehen, habe ich die Stunde vergeſſen. Das iſt meine einzige Ent⸗ ſchuldigung.“

„Mutter, was ſagſt Du für Sachen!“ flüſterte das errö⸗ thende Mädchen im Ton ſanften Vorwurfs.

„Iſt es vielleicht nicht wahr? h ſage ja nicht, daß es Unrecht von Dir wäre. Gehe mit ihm, liebes Kind. Agri⸗ cola wird Dir beſſer als ich erklären können, was alle Ar⸗ beiter der Fabrik dem Herrn Hardy verdanken.“

Angela ſetzte ihr Häubchen auf und ſagte, indem ſie die Bänder knüpfte: „Es iſt recht Schade, daß Ihre gute Pfleg⸗ ſchweſter nicht bei uns iſt.“

„Die Mayeur?“ erwiderte Agricola. „Sie haben Recht. Aber aufgeſchoben iſt nicht aufgehoben. Der Beſuch, den ſie uns vorgeſtern gemacht hat, wird nicht der letzte geweſen ſeyn.“

Angela küßte ihre Mutter und ging Arm in Arm mit Agricvla hinaus. „Sie können ſich nicht verſtellen,“ ſagte ſte, „wie ich überraſcht war, als ich in dieſes ſchöne Haus trat. Ich war gewohnt, nur Elend zu ſehen bei den armen Arbei⸗ tern in unſerer Provinz, und ich ſelber habe dieß Elend em⸗ pfunden. Hier ſieht man Jedem das Glück und die Zufrie⸗