— 252 — „Sie ſelber mögen den Sonntag nach ihrer Weiſe halten. Aber daß ihre Weiber nicht in die Meſſe gehen, das iſt ſchändlich!“ „Der Pfarrer hat geſagt, die Fabrik mit ihren Gräueln könnte die Cholera ins Land bringen.“
„Es iſt wahr. Er hat's in der Predigt geſagt.“ „Unſere Weiber haben's gehört!“
„Ja! ja! Zum Teufel mit den Freſſern! Sie wollen die Pholera ins Land bringen!“
„Streit! Streit!“ ſchrie der ganze Haufe.
„Vorwärts alſo, brave Wölfe!“ rief Morok, mit einer Stentorſtimme.
„Auf die Fabrik!“
„Ja, auf die Fabrik! auf die Fabrik!“ wiederholte der Haufe und ſtampfte wüthend auf den Boden. Allmählig hatten ſich ſo Viele, als der Saal faſſen konnte, hereinge⸗ drängt, und Andere ſtanden in dichter Maſſe auf der Treppe.
Das wüthende Geſchrei brachte den berauſchten Liegganz⸗ nackt zur Beſinnung. Er flüſterte dem Morok zu: „Ihr wollt alſo Mord und Todtſchlag! Dabei bin ich nicht.“
„Wir werden Zeit haben, vor ihnen in die Fabrik zu kommen,“ erwiderte der Thierbändiger. „Wir gehen unter⸗ wegs von ihnen.“ Hierauf rief er dem erſchrockenen Wirthe zu: „Brandwein! damit wir auf die Geſundheit der braven Wölfe trinken können. Ich bezahle!“ F Er warf dem Wirthe Geld hin. Dieſer ging hinaus und kam alsbald zurück mit einigen Flaſchen und Gläſern.
„Weg mit den Gläſern!“ rief Morok. „Trinken raden, wie wir, aus Gläſern?“


