Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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Er riß den Propf aus einer Flaſche, ſetzte ſie an den Hals, that einen Zug und reichte ſie dem rieſigen Steinbrecher.

„Gut!“ ſagte dieſer. „Aufs Wohlſeyn des Bezahlers. Ein Lump, wer zurück tritt! — Das ſoll die Zähne der Wölfe ſchärfen!“

„Das iſt für euch, Kameraden,“ ſagte Morok, die Fla⸗ ſchen austheilend.

„Am Ende vom Lied gibt's Blutvergießen,“ murmelte Lieg⸗ ganznackt, der trotz ſeiner Betrunkenheit die ganze Gefahr dieſer heilloſen Aufreizungen erkannte.

Nachdem die Flaſchen geleert waren, verließ der Haufe das Wirthshaus, um gegen die Fabrik Hardy's zu ziehen. Die Mehrzahl der Dorfbewohner blieb unſichtbar, während der Schwarm durch die Hauptgaſſe zog. Aber viele Weiber, in welchen die Predigten des Abbé die Glaubenswuth er⸗ weckt hatten, feuerten durch ihr Geſchrei den ſtreitbaren Hau⸗ fen an. An der Spitze zog der ſe⸗ Steinbrecher einher, ſeine gefährliche Brechſtange ſchwingend. Die hinter ihnen Kommenden waren theils mit Knütteln, theils mit Steinen bewaffnet. Der eben genoſſene Brandwein hatte ihre Auf⸗ regung noch geſteigert. Die Geſichter glühten, die Blicke wa⸗ ren wild. Arm in Arm, vier Mann hoch vorrückend, feuerten ſie ſich durch ihren Schlaͤchtgeſang an, deſſen letzter Vers ſo lautete:

„Friſch auf mit unverzagtem Muth!

Laßt ſehn was unſer Arm vermag! 3 Sie wollen reizen unſre Wuth;

Hier ſind wir — und nun Schlag auf Schlag (Bis) Des großen Königs *) Kinder, wir

Siehe die Anmerkungen am Schluß des Bandes. —