dieſelbe faſt mit Dank wieder in ihren Dienſt und gab ihr ſofort einen Auftrag, zu welchem ſie eine durchaus vertrau Perſon bedurfte, nämlich die Aufſicht bei der Einrichtung des für Dſchalma gemietheten Hauſes zu führen. Die Mayeur hatte gefunden,
(von ihr werden wir ſpäter reden) nichts mehr nützen konnte, und darum gern den Aufforderungen des Fräuleins von Car⸗ doville nachgegeben, im Hötel in der Anjouſtraße zu wohnen. Adriana gebrauchte ſie als Schreil
erin und hatte ihr zugleich das Departement der Unterſtützungen und milden G tragen. Anfangs hatte ſie im
Sinn gehabt, die Nätherin
bloß als Freundin bei ſich zu behalten und damit in ihr die
ehrliche Arbeitſamkeit, die Ergebung im Schmerz und den
Verſtand in der Armuth zu ehren. Aber bei dem Gedanken
an das Selbſtgefühl des Mädchens fürchtete ſie mit Recht,
daß die Mayeur in dieſer ſo zart dargebotenen ſchweſterlichen
Gaſtfreundſchaft nur ein bemänteltes Almoſen ſehen möchte.
Adriana fand daher für beſſer, ihr ein Geſchäft zu geben,
ohne ſie darum weniger als Freundin zu behandeln. Auf
dieſe Weiſe verdiente die Mayeur ihr Brod, anſtatt es ſich
ſchenken zu laſſen, indem ſie einen Dienſt verſah, der ſo ganz 8 den Neigungen ihres gefühlvollen Her
zens entſprach. Zu die⸗ ſem Dienſt war ſte mehr als irgend jemand geeignet; denn außer ihrer Herzensgüte gab ihre Reg
ſamkeit, ihr tiefer Blick in die Geheimniſſe des Elends, ihre genaue Kenntniß der
dürftigen Arbeiterklaſſe die beſte Bürgſchaft dafür, daß ſie die edlen Abſichten des Fräuleins verwirklichen würde.
Wir wollen nun ſehen, was der Cardoville an der Thür des Garten der Blancheſtraße unmittelbar vorher Gegen zehn Uhr des Vormittags waren die Läden von 1 Adrianens Schlafgemuch noch feſt verſchloſſen, ſo daß kein Strahl des Tageslichts hineindrang. 1
Ankunft Adriana's von s bei dem Häuschen in gegangen war.
durch die Flamme einer kugelförmi L
6 gen Lampe von orientaliſchem labaſter, welche an prei langen ſilber
5 Decke herabhing. Die Decke war hochgewölbt. Das ganze
daß ſie der Frau Dagoberts
aben über⸗


