Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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immer hatte die Geſtalt eines achtſeitigen Zeltes. Vom Lewölb bis zum Boden herab war es mit weißer Seide aus⸗ geſchlagen, und über der Seide hingen lange Draperien von weißem goldgeſticktem Muslin, die durch Goldbänder an gro⸗ ßen elfenbeinernen in der Wand befeſtigten Opferſchalen zu⸗ fammengehalten wurden.

An zwei Seiten dieſes zeltförmigen Gemachs führten elfen⸗ beinerne mit Perlmutter ausgelegte Thüren, die eine in den Badeſaal, die andere in das Ankleidezimmer. Letzteres, ein dem Dienſt der Schönheit geweihter Tempel, war ausgeſtattet wie der entſprechende im Pavillon des Hätels St. Dizier. Zwei andere Seiten des Schlafgemachs nahmen Fenſter ein, die völlig von Draperien verdeckt waren. Dem Bett gegen⸗ ſah man ein Kamin von penteliſchem Marmor, mit Feuerböcken von ciſelirtem Silber. In dem Marmor, der kryſtalliſirtem Schnee glich, waren zwei herrliche Karyatiden ausgehauen und ein Fries, welches Vögel und Blumen vor ſtellte. Ueber dem Fries bildete der Marmor einen ovalen Korb, welcher die Stelle der Kaminplatte vertrat und mit Roſen⸗Camelien beſetzt war. Das blaſſe Karminroth dieſer Camelien und das lebhafte Grün ihrer Blätter waren die einzigen Farben, welche ſich von dem harmoniſchen Weiß dieſes jungfräulichen Gemachs abhoben.

Halb umgeben von den Wellen weißen Muslins, welche wie leichte Wolken von dem Gewölb herabhingen, ruhte ein niedriges Bett auf kunſtreich geſchnitzten elfenbeinernen Füßen, und dieſe Füße ſtanden auf einem den Boden bedeckenden

Hermelinteppich. Mit Ausnahme eines elfenbeinernen mit Schnitzwerk verzierten und mit Perlmutter ausgelegten Ran⸗ des, war dieß Bett durchaus mit wattirtem weißen Satin überzogen. Die mit valencienner Spitzen beſetzten Betttücher von Battiſt hatten ſich ein wenig verſchoben und ließen die Ecke einer mit weißem Taffet überzogenen Matratze und den Zipfel einer leichten Mohrdecke ſehen In dem Gemach herrſchte ſtets eine gleichmäßige laue Temperatur, wie an einem ſchö⸗

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nen Frühlingstage.

Mit derſelben Gewiſſenhaftigkeit, wie Adriana auf ein