Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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60 Haus. zu halten wie eine junge Wittwe, oder wie ein groß

Sechstes Kapitel. Das Erwaſcheen.

Um das Erſcheinen des Fräuleins von Cardoville an der Thür des Gartens bei dem von Dſchalma bewohnten Hauſe zu erklären, müſſen wir einen Rückblick auf bereits geſchehene Dinge werfen.

Als Adriana das Haus des Doctor Baleinier verließ, bezog ſie ihr Hötel in der Anjouſtraße. Während der letzten Mo⸗ nate ihres Aufenthalts bei ihrer Tante hatte ſie heimlich dieſe ſchöne Wohnung in Stand ſetzen laſſen, deren Pracht und Bequemlichkeit nun neuerdings noch durch alle Herrlichkeiten des Hötels St. Dizier erhöht ward.

Die Welt fand es gar ſeltſam, daß ein Mädchen von dem Alter und dem Stand des Fräuleins von Cardoville, den Entſchluß gefaßt hatte, ganz allein und frei zu wohnen und

jähriger Junggeſell oder wie ein mündig geſprochener Min⸗ derjähriger. Die Welt that, als wüßte ſie nicht, daß Adriana beſaß, was nicht alle großjährigen Männer beſitzen: einen feſten Character, einen erhabenen Sinn, ein edles Herz und eiñ ſehr richtiges Gefühl. —

In der Ueberzeugung, daß ſie zur Leitung ihres Haus⸗ weſens und zur Aufſicht in demfelben zuverläſſiger Leute be⸗ durfte, hatte Adriana dem Verwalter des Gutes Cardoville geſchrieben, er ſolle augenblicklich mit ſeiner Frau nach Paris kommen. Dupont ſollte die Stelle des Haushofmeiſters ver⸗ ſehen und ſeine Frau die Stelle der Haushälterin. Ein alter Freund des Vaters Adrianens, der Graf von Montbron, ein