Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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ſchaudern vor Luſt und Angſt, weil ich ſelber — — bei dem Gedanken daran vor Luſt und Schrecken ſchaudere. Sklave, Du ſagſt die Wahrheit. Dieſe Liebe muß etwas Berauſchendes und ſchreckliches ſeyn!“

Seiner ſtürmiſchen Sinnlichkeit. Es war etwas Seltnes und Schönes, ein Menſch, der rein und enthaltſam das Lebensalter erreicht hatte, in welches die von Gott eingepflanzten Triebe der Liebe ſich in aller Kraft entwickeln ſollen — Triebe, die irre geleitet, die Vernunft verwirren oder auf die Abwege rafender Ausſchweifungen und ſchauderhafter Verbrechen ge⸗ rathen können, die aber zu einer edlen Leidenſchaft erblühend gerade durch ihre Heftigkeit den Menſchen bis zum Ideal zärtlicher Hingebung erheben können und ſollen.

„O! dieß Weib!“ rief Dſchalma, „dieß Weib! vor welchem ich zittern werde, und das vor mir zittern wird! — wo iſt es? Werd' ich es je finden?“

„Ein Weib?“ erwiderte Faringhea mit ſeiner höhniſchen Kälte. „Wer ein Weib ſucht, der findet es hier zu Land ſelten. Wer Weiber ſucht, dem thut die Wahl weh.“

In dem Augenblick, wo der Meſtize dem Prinzen dieſe naſeweiſe Bemerkung machte, hielt an der kleinen Thür des

Gartens bei dieſem Häuschen in einem einſamen Gäßchen ein ußerſt netter Coupé⸗Wagen an. Der Kaſten deſſelben war laſurblau, das Geſtell weiß mit blauen Streifen. Die Be⸗ ſpannung entſprach dem Wagen: zwei ſchöne Vollblutpferde, Goldfüchſe mit ſchwarzen Mähnen und Schweifen. Das Ge⸗ ſchirr war mit ſilbernen Wappen geziert. Von Silber waren auch die Knöpfe auf der Livree (hellblau mit weißem Kragen) des Kutſchers und des Bedienten. An der blauen weißbor⸗

förmige Wappenſchilde ohne Helmzier und Krone, wie das bei Fräulein üblich iſt. In der Kutſche befanden ſich zwei Perſonen: Adriana von Cardoville und Florine.

Indem Dſchalma ſo ſprach, war er prächtig anzuſehen in

„

dirten Bockdecke und an den Kutſchenſchlägen ſah man rauten⸗