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„Gnädiger Herr,“ antwortete der Würger, „bei den Civi⸗ liſirten würde der Mann, welcher ſich in der Blüthe ſeiner Unſchuld verheirathete, durch die Lächerlichkeit tödlich ver⸗ . wundet werden.“ *)
₰ „Du lügſt, Sklave! Lächerlich wäre er nur, wenn er ein Mädchen heirathete, das nicht rein wäre wie er.“
„Alsdann würde er durch die Lächerlichkeit nicht verwundet, ſondern getödtet werden, denn man würde ihn doppelt un⸗ barmherzig verhöhnen.“
„Du lügſt! — Du lügſt! — Oder wenn Du die Wahrheit ſagſt, woher weißt Du es?“
„Auf Iole de France und zu Pondichéry habe ich Pariſe⸗ rinnen geſehen. Auch auf unſerer Ueberfahrt hab' ich man⸗ ches gelernt. Ich pflegte mit einem jungen Officier zu ſpre⸗ chen, während Sie mit dem jungen Prieſter ſprachen.“
„Alſo verlangen die Civiliſtrten, wie unſere Sultane in ihren Harems, von den Weibern eine Unſchuld, die ſie ſelber nicht haben?“
„Sie verlangen dieſelbe um ſo mehr ſelbe haben.“
„Wer verlangt, was er nicht gewährt, der handelt wie ein Herr gegenüber einem Sklaven. Und mit welchem Recht könnte das hier geſchehen?“
„Mit dem Recht, welches man ſich nimmt. Es iſt wie bei uns, gnädiger Herr.“
„Und was thun die Weiber?“
„Sie verhindern ihre Bräutigame, vor der Welt allzu lächerlich zu werden, wenn dieſe ſich verheirathen.“
„Und ein Weib, welches hintergeht, das tödtet man hier?“
fragte Dſchalma, ſich raſch aufrichtend und den Würger mit funkelndem Blicke anſehend.
je weniger ſie die⸗
*) In Frankreich erzählt man ſich als ein Wunder, daß es in Deutſchland Männer gibt, welche als keuſche Junggeſellen ſi verehelichen. Anmerk. des Ue erſetzers. —
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