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Staunend hatte die Mayeur dem Jeſuiten zugehört. Sie
wollte ihm eben antworten, als die Thür aufging und Herr von Gernande eintrat.
Die Miene des Gerichtsbeamten war ernſt und traurig. „Nun? die Töchter des Marſchalls Simon?“ rief Adriana ihm entgegen.
„Leider bring' ich ſie Ihnen nicht mit,“ antwortete der Richter
Dagobert war bei dieſer Vernichtung ſeiner Hoffnungen wie vom Donner gerührt. „Wo ſind ſie?“ fragte er lebhaft den Richter. „Was iſt mit ihnen angefangen worden? Vor⸗ geſtern waren ſie noch im Kloſter!“
Während die übrigen Anweſenden ſich um den Richter herumdrängten, und Dagobert dieſen in ungeduldiger Erwar⸗ tung einer Antwort anſah, ſchlich Rodin rückwärts nach der Thür und ſchlüpfte unbemerkt hinaus.
„Aber um Gotteswillen!“ fragte Adriana, „was hat Ihnen denn die Oberin des Kloſters zur Antwort gegeben, als Sie nach den Kindern fragten?“
„Fräulein,“ antwortete der Richter, „die Oberin hat ſich geweigert, mir Auskunft zu geben. Sie ſagte zu mir: Sie behaupten, daß die Mädchen, von denen Sie ſprechen, wider ihren Willen hier zurückgehalten werden. Das Geſetz gibt Inen in dieſem Fall das Recht, in dieß Haus einzudringen. Durchſuchen Sie es. — Geehrte Frau, erwiderte ich, antwor⸗ ten Sie mir bündig. Verſichern Sie, daß Sie der Einſper⸗ rung der Mädchen, welche ich zurückfordere, völlig fremd ſind! — Darauf habe ich Ihnen nichts zu ſagen — verſetzte ſie. Sie ſagen, Sie hätten Vollmacht, Nachſuchungen anzuſtellen; thun Sie es. — Da ich keine andere Erklärung erlangen konnte, bin ich in dem ganzen Kloſter herumgegangen und habe mir alle Zimmer öffnen laſſen. Leider aber habe ich keine Spur von den Mädchen gefunden.“
„Sie werden die Kinder anders wohin geſteckt haben!“ rief Dagobert. „Wer weiß — ſie ſind vielleicht recht krank. Sie
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