werden ſie umbringen! — Herr! Gott! Sie werden ſie um⸗ bringen!“
„Himmliſcher Gott!“ rief Adriana, „was iſt nach einer ſolchen Weigerung zu machen? Welcher Weg iſt da einzu⸗ ſchlagen? — O, Sie, unſer Schutz und Rather! geben Sie uns Licht. Was wäre Ihr — —“ .
Adriana hatte ſich herumgewandt nach Rodin, den ſte hinter ſich ſtehend wähnte. Sie verſtummte als ſie ihn nicht fand, und wandte ſich ängſtlich an die Mayeur mit der Frage: „Ei wo iſt denn Herr Rodin?“
Die Mayeur ſah umher und antwortete: „Ich weiß es nicht. Er iſt nicht mehr da.“
„Das iſt ſonderbar!“ ſagte Adriana. „So plötzlich zu ver⸗ ſchwinden!“
„Habe ich Ihnen nicht geſagt, er wäre ein Verräther?“ ſchrie Dagobert, vor Wuth auf den Boden ſtampfend. „Sie verſtehen ſich alle mit einander.“
„Nein, nein, glauben Sie das nicht,“ ſagte Adriana. „In⸗ deß die Abweſenheit des Herrn Rodin iſt eben doch ſehr zu bedauern, denn unter dieſen ſchwierigen Umſtänden hätte er vielleicht nützliche Aufſchlüſſe geben können in Folge der Stellung, die er bei dem Abbé Algrigny inne gehabt hat.“
„Ich geſtehe Ihnen, Fräulein,“ ſagte Herr von Gernande, „ich hatte feſt darauf gerechnet. Ich bin hieher zurückge⸗ kommen, nicht nur, um Ihnen den ſchlechten Erfolg meiner Nachforſchungen zu melden, ſondern hauptſächlich auch, um dieſen wackeren Mann, der ſo muthig haſſenswerthe Ränke
enthüllt hat, zu bitten, er möge uns hier mit ſeinem Rath
zu Hülfe kommen.“
Der Richter fügte noch die Verſicherung bei, daß er keine Mühe ſparen würde, um der Wahrheit in Betreff des Ver⸗ ſchwindens der Waiſen auf den Grund zu kommen, und ging ſodann weg.
Dagobert hörte nicht die letzten für ihn ſo wichtigen Worte des Richters, und bemerkte eben ſo wenig ſein Weggehen.
Er ſtand in tiefes Sinnen verſunken da. In dem Zimmer


