Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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Ihr Grimm iſt ſo furchtbar!“ Bei dieſen Worten ſchauderte Rodin.

„Beruhigen Sie ſich, lieber Herr. Ich verdanke Ihnen zu viel, als daß meine Unterſtützung Ihnen je fehlen ſollte.“

„O, werthes Fräulein,“ rief Rodin faſt beleidigt, „denken Sie beſſer von mir. Meinen Sie, um meinetwillen wäre ich in Angſt? Nein, nein. Ich bin zu unbedeutend, zu wenig gefährlich. Aber Sie, der Marſchall Simon und die übrigen Mitglieder Ihrer Familie haben Alles zu fürchten. Noch⸗

mals, werthes Fräulrin, fragen Sie mich nicht. Es gibt

Geheimniſſe, die unheilbringend ſind für ihre Beſitzer.“

„Aber iſt es nicht beſſer, die Gefahren zu kennen, von denen man bedroht iſt?“ fragte Adriana. Und Dagobert ſeinerſeits meinte „Wenn man das Manöver ſeines Feindes kennt, dann kann man ſich wenigſtens vertheidigen. Beſſer ein Angriff am hellen Tag, als ein Hinterhalt.“

„Ich verſichere Sie,“ fuhr Adriana fort, „die wenigen Worte, welche Sie mir geſagt haben, flößen mir eine unbe⸗ ſtimmte Angſt ein.“

Der Jeſuit ſtellte ſich, als thäte er ſich Gewalt an: „Nun denn! wenn es nicht anders iſt, — wenn Sie eine bloße Andeutung nicht verſtehen, ſo muß ich mich näher erklären. Aber,“ fügte er in ernſtem Tone hinzu, „vergeſſen Sie nicht, daß Ihr Drängen mich nöthigt, etwas zu ſagen, was Sie vielleicht beſſer thäten, nicht wiſſen zu wollen.“

„Sprechen Sie, ich bitte Sie darum,“ ſagte Adriana.

Rodin ſtellte ſich in die Mitte zwiſchen Adriana, Dagobert und die Mayeur und flüſterte mit geheimnißvoller Miene: „Haben Sie denn nie von einer mächtigen Verbindung reden hören, welche ihr Netz über die ganze Erde erſtreckt und Af⸗ fillirte, Seiden und fanatiſche Anhänger in allen Klaſſen der Geſellſchaft zählt? welchen die Könige und die Großen ehe⸗ dem ein geneigtes Ohr liehen und jetzt noch oft leihen? — von jener allmächtigen Verbindung, welche mit einem Wort ihre Creaturen zu den höchſten Stellen erhebt und mit einem