Drittes Kapitel. Die Offenbarungen.
Adriana von Cardoville ſtaunte über den Schrecken, welchen Rodin äußerte, als ſie ihn um Auskunft über die ausge⸗ dehnte Macht des Abbé Aigrigny bat. „Was iſt denn ſonderbares an der Frage, die ich Ihnen geſtellt habe?“ ſagte ſie.
Rodin blickte ſcheu umher und flüſterte: „Nochmals, Fräu⸗ lein, fragen Sie mich nicht über eine ſo gefährliche Sache. Die Wände dieſes Hauſes haben Ohren, wie das Sprich⸗ wort ſagt.“
Adriana und Dagobert ſahen ſich einander an und wußten nicht, was ſie dazu denken ſollten. Die Mayeur empfand fortwährend ein unüberwindliches Mißtrauen gegen Rodin. Zuweilen ſah ſie ihn verſtohlen an und ſuchte die Maske dieſes Menſchen zu lüften, vor dem ihr graute. Finmal be⸗ gegnete Rodin dem hartnäckig auf ihn gerichteten Blick der Buckeligen. Sofort nickte er ihr überaus freundlich zu, und die Mayeur, erſchreckt darüber, daß ſie bemerkt war, wandte ſchaudernd die Augen ab.
Als Rodin bemerkte, daß ſeine Worte und ſein abermaliges Schweigen das Erſtaunen Adrianens nur ſteigerten, ſeufzte er und ſprach „Nein, nein, werthes Fräulein. Fragen Sie mich nicht über die Macht des Abbé Aigrigny.“
„Aber was fürchten Sie denn? Warum zögern Sie denn⸗ meine Frage zu beantworten?“
„Ach, werthes Fräulein! Dieſe Menſchen ſind ſo mächtig!
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