Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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worden ſeyn. Mit dem Kreuzchen war es eine andere Sache. Wie ich Ihnen geſchrieben habe, hoffte ich, Sie heut zu ſehen; uns da ich wußte, wie viel ein Soldat des Kaiſer⸗ reichs auf ſein Kreuz hält, als auf eine heilige Reliquie, wie Sie ſagen, ſo habe ich es unbedenklich in die Taſche ge⸗ ſteckt und gedacht: Das iſt am Ende doch nichts weiter, als eine Wiedererſtattung. Mein Zartgefühl ſchlägt vielleicht dieſen Mißbrauch des Vertrauens zu hoch an.

„Sie hätten nichts beſſeres thun können,“ ſagte Adriana. „Ich meines Theils bin Ihnen perſönlich dafür verbunden in dem Maß wie ich Theilnahme für Herrn Baudoin em⸗ pfinde.“ Sie ſchwieg einen Augenblick und fuhr dann in ängſtlichem Tone fort: „Aber wie ſchrecklich muß die Macht ſeyn, über welche der Abbé Aigrigny verfügt, wenn er im Ausland ſo ausgedehnte und gefährliche Verbindungen hat?“

„Still!“ rief Rodin mit gedämpfter Stimme, und ſah ſich ängſtlich um. „Still! Fragen Sie mich ums Himmelswillen darüber nicht!“