3 —
ſoll mit einem Kerl, der in Sachſen wilde Thiere ſehen läßt. Und dann — wie hätte er wiſſen ſollen, daß ich mit den Kindern durch Leipzig kam? iſt unmöglich, lieber Mann.“
„Wirklich,“ ſagte Adriana, „ich fürchte, Ihr gerechter Un⸗ wille über den Abbé Aigrigny leitet Sie irre, und Sie ſchreiben ihm eine Macht und Verbindungen zu, die faſt fabelhaft ſind.“
Einen Augenblick herrſchte tiefe Stille. Rodin betrachtete das Fräulein und Dagobert mit einer Miene des Bedauerns und fuhr dann fort, indem er an den Soldaten die Frage richtete: „Wie ſoll denn der Abbé Aigrigny Ihr Kreuz in die Hände bekommen haben, wenn er in keiner Verbindung mit Morok ſteht?“
„In der That,“ erwiderte Dagobert, „die Freude macht mich unfähig nachzudenken. Aber wie iſt mein Kreuz in Ihre Hände gekommen?“
„Eben dadurch, daß der Abbé Aigrigny zu Leipzig Ver⸗ bindungen hatte, an welchen Sie und das Fräulein zu zwei⸗ feln ſcheinen.“
„Aber wie iſt mein Kreuz Ihnen in Paris zugekommen?“
„Sagen Sie mir, ſind Sie bei Leipzig verhaftet worden, weil Sie keinen Paß hatten? Ja oder nein?“
„Ja. Aber ich habe nie begreifen können, wie meine Pa⸗ piere und mein Geld aus meinem Torniſter perſchwunden ſind. Ich glaubte, ich hätte ſie verloren.“
Rodin zuckte die Achſeln und fuhr fort: „Sie ſind Ihnen in der Herberge zum Weißen Falken geſtohlen worden durch Goliath, einen der Helfershelfer Morok's, und dieſer Letztere hat die Papiere und das Kreuz an den Abbé Aigrigny nach Paris geſchickt, um ihm zu beweiſen, daß es ihm gelungen ſey, die Befehle zu vollziehen, welche die Waiſen und Sie betrafen. Vorgeſtern habe ich den Schlüſſel zu dieſem fin⸗ ſteren Getreibe gefunden. Das Kreuz und die Papiere lagen in den Archiven des Abbé Aigrigny. Die Papiere bilden einen zu großen Pack. Ihre Wegnahme würde bemerkr
N.
—
—


