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Sieſer Brief — ohne Unterſchrift — — war von Ihnen?“ fragte der Soldat mit wachſendem Erſtauuen.
„Ich bin es, der an Sie geſchrieben hat. Ich wollte mich nicht deutlicher darin ausſprechen, weil ich eine neue Schlinge des Abbé Algrigny fürchtete. Sie verſtehen mich.“ ₰ Alſo meine Waiſen — ich ſoll ſie wiederſehen?“ 8
Rodin nickte mit gutmüthiger Miene. Adriana nahm das Wort und ſagte lächelnd: „Ja, bald; vielleicht im nächſten Augenblick. Nicht wahr, ich hatte Recht, als ich Ihnen . ſagte, Sie hätten den Herrn falſch beurtheilt?“
„Warum hat er es mir nicht gleich geſagt, als ich herein⸗ tam?“ erwiderte Dagobert freudetrunken.
„Es war ein kleines Hinderniß im Weg, lieber Mann,“ antwortete Rodin „So wie Sie hereinkamen, haben Sie ſich bemüht, mir die Kehle zuzuſchnüren.“
„Es iſt wahr. Ich bin zu raſch geweſen. Nochmals: Ver⸗ zeihung! Aber was ſoll ich Ihnen ſagen? Ich hatte Sie ſtets gegen uns geſehen mit dem Abbé Aigrigny, und im erſten Augenblick — — —*
„Das Fräulein,“ ſagte Rodin, ſich gegen Adriana verbeu⸗ gend, „das Fräulein wird die Güte haben, Ihnen zu erklä⸗ klären, daß ich, ohne es zu wiſſen, der Mitſchuldige vieler Schlechtigkeiten geweſen bin. Aber ſo wie es mir möglich war, in dieſer Finſterniß klar zu ſehen, habe ich den ſchlech⸗ ten Weg verlaſſen, auf welchem ich mich ohne mein Wiſſen und Willen befand, um den Weg des Rechts, der Gerechtigkeit und der Ehre einzuſchlagen.“
Dagobert ſah Adriana mit einem fragenden Blick an und dieſe antwortete mit bejahendem Nicken.
„Wenn ich den Brief nicht unterzeichnet habe, den ich an Sie geſchrieben,“ fuhr Rodin fort, „ſo iſt es geſchehen aus Furcht, mein Name möchte Ihnen Argwohn einflößen. Wenn ich Sie gebeten habe, hieher zu kommen, anſtatt ins Kloſter, ſo war die Urſache, weil ich, eben ſo wie das Fräulein,
fürchtete, Sie möchten von dem Hausmeiſter oder von den 8


