„Seyn Sie ruhig. Man wird Ihnen Ihre beiden Engel wiedergeben, Sie vierfacher Teufel.“
„Man wird mir ſie wiedergeben?“ rief Dagobert und hielt den Jeſuiten, der einen Schritt hinauf machte, am Aermel feft.
Sagen Sie einmal,“ fragte Rodin, „bleiben wir ſtehen? oder gehn wir hinauf? oder gehn wir hinunter? Ich will
Ihnen keinen Vorwurf machen, aber Sie treiben mich herum wie einen Brummkreiſel.“
„Sie haben recht,“ ſagte Dagobert. „Oben können wir uns beſſer ausſprechen. Kommen Sie geſchwind!“ Und er faßte ihn unter dem Arm und führte ihn mit ſchnellen Schri'ten hinauf und triumphirend in das Zimmer, in wel⸗ chem Adriana und die Mayeur geblieben waren, beide ſehr überraſcht durch ſein plötzliches Weglaufen. „Hier haben wir ihn!“ rief er. „Ich hab' ihn noch glücklich unten an der Treppe erwiſcht.“ 5
„Und Sie haben mich in einem tüchtigen Schritt herauf⸗ geführt,“ fügte Rodin halb athemlos hinzu.
Dagobert nahm einen ernſten Ton an und ſprach: „Jetzt, werther Herr, erkläre ich vor dem Fräulein, daß ich Unrecht gehabt habe, den Flegel gegen Sie zu ſpielen und Sie zu ſchimpfen. Ich bitte deßhalb um Entſchuldigung und erkenne mit Freuden an, — — daß ich Ihnen viel ſchuldig bin — ia ſehr viel! Und wenn ich etwas ſchuldig bin, dann bezahl' ich auch.“
Bei dieſen Worten reichte der alte Kriegsmann dem Je⸗ ſuiten treuherzig die Hand. Rodin drückte ſie freundſchaftlich und ſagte: „Ei du mein Gott, was wollen Sie denn? Von welchem großen Dienſt ſprechen Sie denn?“
„Und das!“ rief Dagobert, ſein Kreuzchen vor die Au⸗ gen Rodins haltend. „Sie wiſſen nicht, was dieß Kreuz für mich iſt.“
„Ich vermuthete, daß Ihnen viel daran gelegen ſeyn müßte, und rechnete auf das Vergnügen, ſelber es Ihnen zu über⸗ reichen. Ich hatte es deßwegen mitgebracht. Aber, — un⸗
V.
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