Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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Adriana und die Mayeur waren tief ergriffen von der Rührung des alten Kriegers. Dagobert wandte ſich nach der Thür und ſagte: „Nächſt einem Dienſt, den man dem Mar⸗ ſchall Simon, meiner Frau oder meinem Sohn leiſtete, hätte man nichts thun können, das mir angenehmer wäre. Und Sie, Fräulein, bürgen für dieſen Mann? Und ich habe ihn vor Ihren Augen geſchmäht und mißhandelt? Er hat ein Recht auf Genngthuung; er ſoll ſie haben!“

Nach dieſen Worten eilte Dagobert zur Thüre hinaus, lief durch zwei anſtoßende Zimmer und die Treppe hinab und holte Rodin auf der unterſten Stufe ein. Er faßte ihn beim Arm und ſagte mit Rührung: „Herr, Sie müſſen gleich wieder mit herauftommen.“

„Lieber Mann,“ erwiderte Rodin in gutmüthigem Ton, „Sie ſollten doch entſchiedener ſeyn. Vor einer Minute haben Sie mich fortgehen heißen, und jetzt ſoll ich wieder⸗ kommen. Was gilt denn?“

„Vorhin, lieber Herr, hatte ich Unrecht, und wenn ich ein Unrecht begangen habe, ſo mache ich es wieder gut. Ich habe Sie vor Zeugen beſchimpft und mißhandelt, und vor Zeugen muß ich mich gegen Sie entſchuldigen.“

„Lieber Mann — ich danke Ihnen. Aber ich habe Eile.“

„Eile hin, Eile her! Ich ſage Ihnen, Sie müſſen wieder mit hinauf, oder —“ Dagobert ergriff die Hand des Jeſuiten und drückte ſie mit Rührung und Herzlichkeit — „oder die Freude, welche Sie mir durch die Wiederverſchaffung meines Kreuzes gemacht haben, bleibt unvollſtändig.“ *

„Meinetwegen, ich will Ihre Freude vollſtändig mache und gehe mit.“

„Sie haben mir nicht nur mein Kreuz wiedergegeben, um welches ich — — ja, ja! geweint habe ich darum, ohne es einem Menſchen zu ſagen, — ſondern das Fräulein verſichert mich auch, daß durch Sie die armen Kinder — — Iſt es wirklich wahr? Keine falſche Freude! Iſt es wirklich wahr?“

„Sieh da, die Neugier!“ erwiderte Rodin ſchlau lächelnd „