Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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Ordnung zu bringen. Dagobert ging auf Adrianen zu und ſagte: „Verzeihen Sie, Fräulein. Ich wußte nicht, wer Sie ſind. Die erſte Aufwallung hat mich fortgeriſſen.“

„Aber um Gotteswillen, was haben Sie denn gegen den Herrn? Hätten Sie mich angehört, ſo würden Sie — —“

„Entſchuldigen Sie, daß ich Sie unterbreche,“ ſagte Dago⸗ bert mit gepreßter Stimme. Hierauf wandte er ſich zu Rodin, der ſeine Kaltblütigkeit wieder gewonnen hatte und rief: „Bedanken Sie ſich bei dem Fräulein und machen Sie, daß Sie fortkommen, ſonſt kann ich nicht für mich ſtehen!“

„Nur ein Wort, lieber Mann,“ ſagte Rodin, „Ich — —“

„Ich ſage Ihnen, daß ich nicht für mich ſtehe, wenn Sie hier bleiben!“ rief Dagobert, mit dem Fuß auf den Boden ſtampfend.

„Aber ums Himmelswillen!“ bat Adriana, „ſagen Sie doch wenigſtens die Urſache dieſes Zorns. Und vor allen Dingen, laſſen Sie ſich nicht durch den Schein täuſchen. Beruhigen Sie ſich und hören Sie uns an.“

„Ich ſoil mich beruhigen?“ rief Dagobert in Verzweiflung. „Ich denke nur an Eins, Fräulein, an die Ankunft des Mar⸗ ſchalls Simon. Heut oder morgen kommt er nach Paris.“

„Iſts möglich?“ rief Adriana.

Rodin machte eine Gebärde freudiger Ueberraſchung.

„Geſtern Abend,“ fuhr Dagobert fort, „habe ich einen Brief von dem Marſchall empfangen. Er iſt in Havre ge⸗ landet. Seit drei Tagen habe ich Schritte über Schritte ge⸗ than, um zu bewirken, daß die Waiſen mir zurückgegeben werden, nachdem die Ränke dieſer Schurken“ (hier deutete er mit zorniger Gebärde auf Rodin) „zu nichte geworden ſind. Aber nein — ſie brüten wieder über einer neuen Schurkerei! Ich bin auf Alles gefaßt.“

Rodin trat näher und ſagte: „Lieber Mann, erlauben Sie, — —“ „Hinaus!“ ſchrie Dagobert, deſſen Zorn und Angſt ſich

ſteigerte bei dem Gedanken, daß jeden Augenblick der Mar⸗