Teil eines Werkes 
6. Band (1844)
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Zweites Kapitel. Die Entſchuldigungen.

Als das Fräulein von Cardoville ſah, wie der alte Kriegs⸗ mann den Herrn Rodin ſo derb am Kragen faßte, rief ſie erſchrocken: „Um Gotteswillen! Was machen Sie?“

„Was ich mache!“ verſetzte der Soldat trotzig, ohne den Jeſuiten loszulaſſen, und wandte den Kopf nach Adrianen, die er nicht kannte „Ich benutze die Gelegenheit, um einem der Schufte von der Bande des Renegaten ſo lange die Kehle zuzudrücken, bis er mir ſagt, wo meine armen Kinder ſind!“

„Sie — — erwürgen — — mich!“ ſtotterte Rodin mit erſtickter Stimme.

„Wo ſind die Waiſen?“ rief Dagobert mit einer Donner⸗ ſtimme. „Hier ſind ſie nicht, und im Kloſter hat man mir die Thür vor der Naſe zugeſchlagen.“

„Hülfe!“ murmelte Rodin.

„Ach! das iſt entſetzlich!“ rief Adriana. Und blaß, zitternd und händeringend bat ſie: „Haben Sie Erbarmen, lieber Mann! Hören Sie mich an!“

Die Mayeur ſprang hinzu, fiel mit ihren ſchwachen Hän⸗ den dem alten Grenadier in den Arm, deutete auf Adriana und rief: „Das iſt das Fräulein von Cardoville. Wie mögen Sie ſich vor ihr ſolche Gewaltthätigkeit erlauben? Und zu⸗ dem ſind Sie im Irrthum.“ „

Bei Nennung des Fräuleins von Cardoville, der Wohl⸗ thäterin ſeines Sohnes, drehte Dagobert ſich raſch um und ließ Rodin los. Dieſer, karmoſinroth vor Zorn und durch⸗ das Würgen, beeilte ſich, Kragen und Halsbinde wieder in

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