wirrung, daß ſie feuerroth ward. Wir wiſſen, die Unglückliche hegte gegen Agricola eine Liebe, die eben ſo leidenſchaftlich, wie ſchmerzvoll und verborgen war. Jede auch noch ſo ent⸗ fernte Anſpielung auf dieſe unglückliche Neigung brachte ſie in die peinlichſte Verlegenheit. In dem Augenblick, wo das Fräulein von der Zuneigung Agricvlas für ſie ſprach, begeg⸗ neten ihre Augen Rodins Blicken, die beobachtend und durch⸗ dringend auf ſie geheftet waren. Wäre ſie mit Adrianen allein geweſen, ſo hätte ſie ſich nur vorübergehend beengt ge⸗ fühlt bei der Srwähnung olas Hier aber war es ihr, als leſe der Menſch, welcher ihr ſchon von vorn herein eine unerklärliche Beſorgniß eingeflößt, in ihrem Herzen das Ge⸗ heimniß ihrer unglücklichen Liebe. Daher ihr Erröthen, ihre ſo ſichtliche ſchmgliche Verlegenheit, daß ſie dem Fräulein auffiel. —
Ein Beobag
von ſo ſcharfem Blick wie Rodin ſucht bei
der geringſte tung ſogleich die Urſache. Der Jeſuit ver⸗ gegenwärtig alle hier in Betracht kommenden Umſtände. Auf der eißen Seite ſah er ein verwachſenes aber ſehr ver⸗
ſtändiges uid leidenſchaftlicher Hingebung fähiges Mädchen, auf der andern einen ſchönen, jungen, herzhaften, aufgeweckten und offenherzigen Handwerker. „Sie ſind zuſammen aufge⸗ wachſen,“ dachte er. „Ihre Gemüther ſtimmen in vielen Beziehungen zuſammen, ſie müſſen ſich wie Geſchwiſter lieben. Aber über Geſchwiſterliebe erröthet man nicht. Die Mayeur iſt bei meinem Blick roth und verwirrt geworden. Sollte ſie in Agricola verliebt ſeyn?“
Rodin auf dem Weg zu dieſer Entdeckung wollte die Spur bis zum Ziel verfolgen. Die Ueberraſchung, welche die Ver⸗ legenheit der Mayeur dem Fräulein von Cardoville verur⸗ ſachte, war ihm nicht entgangen. Er wandte ſich zu Adrianen, deutete lächelnd auf die Mayeur und ſagte: „Hm! ſehen Sie, liebes Fräulein, wie ſie erröthet, die arme Kleine, wenn man von der warmen Zuneigung des braven Arbeiters für ſie ſpricht!“
Die Mayeur ſenkte den Kopf und gla verſinken zu müſſen. Rodin ſchwieg einen Au


