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Raphaele, bleich, geſenkten Hauptes, ſtieren Auges, die Haͤnde üͤber ihre Kniee gefaltet, ſchien abgeſpannt, em⸗ yfindungslos. Von Zeit zu Zeit rollten große Thraͤnen ſchweigend uber ihre blaſſen und marmorkalten Wangen.
„Raphaele,“ ſagte plötzlich Miſtreß Wilſon, „hoͤre mich mein armes Kind.“
Bei dieſen Worten, welche die unendliche Nachſicht und Zaͤrtlichkeit ihrer Mutter kund gaben, erbebte das junge Maͤdchen, und bedeckte die Haͤnde der Miſtreß Wilſon mit Thraͤnen und Kuͤſſen.
„Richte Dich auf. .. beruhige Dich.. mein Engel.. ich habe ſelbſt große Muͤhe, meine Erregung zu bemeiſtern. Laß uns alſo Muth haben .. uns von Dir . von uns ſprechen.“
„Ich höre Dir zu, tiebt Mutte ſagte Raphaele, und ſuchte ihre Thraͤnen zuruckzuhalten.
„Wir ſind, ſiehſt Du, zwei Frauen, vereinzelt und allein, wir können nur Rath aus uns ſelbſt ſchoͤpfen. Du weißt, was wir von Deinem Onkel uns erwarten koͤnnen. Alſo uns Beiden allein kommt es zu, meine Geliebte, einen Entſchluß fuͤr die Zukunft zu faſſen. ... Du haſt recht geſagt... Gott hat mich fuͤr die Haͤrte beſtraft, mit welcher ich von dieſem armen Landmaͤdchen ſprach. . Gott hat mich beſtraft.. .. Aber wenn er nur mich teſtraft, ſo will ich ihn dafuͤr lobpreiſen.. .. Vor einem Augenblicke ſchie⸗ nen mir Deine Zweifel i Scipio wenig begrundtz.. ktzt ſcheinen ſie mir thoͤrigt, denn die ai


