Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
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Und Schluchzen unterbrach die Stimme des jungen Maͤdchens.

„Raphaele . komm zu Dir. beruhige Dich.“

„Gott ſtraft Dich, liebe Mutter.“

„Gott ſtraft mich?“

„Das ungluckliche Kind, das Scipio verfuͤhrte .. war arm, ohne Stuͤtze .. .“ begann Raphaele wieder mit einem Lächeln voll der furchtbarſten Ironie ... „auch Du ſagteſt, wie die Welt ſagen wird .. was verſchlaͤgt das! . Verachtung fuͤr das Opfer .. Ruhm dem Verfuͤhrer!“ „Raphaele!!“

„Ihr Kind iſt todt . . ſie wird vielleicht auch ſterben was verſchlaͤgt das . . . ſolch eine Creatur? . eine Ju⸗ gendkinderei des Vicomte Scipio . das haſt Du geſagt .. und Gott ſtraft Dich dafuͤr, Mutter.“

„Oh mein Gott! mein Gott!“

„Du haſt als Echo einer egoiſtiſchen und grauſamen Welt kein Mitleid fuͤr das arme Bauernmadchen gehabt... Ich ſage Dir, daß Gott Dich in Deinem Kinde ſtraft, Mut⸗

„Was ſagſt Du?“ „Ich ſage, daß auch ich ſtrafbar geworden bin .. ſtrafbarer noch als jenes ungluckliche Geſchopf, denn ich bin

nicht allein und verlaſſen wie ſie! ... ich habe eine zaͤrtliche

und angebetete Mutter . . . die ich ſeit meiner Kindheit nicht verlaſſen habe .. Nun denn! dieſe Mutter .. dieſe zart⸗ liche Mutter habe ich hintergangen.“