Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
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„Liebe Mutter .

„Mein Gott, alle dieſe Grunde, die Du mich zwingſt, Dir anzufuͤhren, um Dich zu beruhigen, Dich zu uͤberzeu⸗ gen, ſind erbärmlich, ſind haͤßlich, geliebter Engel, aber weil es Dir an dem rechten Vertrauen zu Dir ſelbſt fehlt, muß ich wohl in ſolche Details eingehen, ſo abſtoßend ſie auch ſein moͤgen.“

„Ach, gute Mutter, heut, an dieſem traurigen Tage iſt es nicht blos der Mangel an Zuvorkommenheit Scipio's, der mir Schmerz verurſacht.“

„Ich begreife Dich: Du denkſt an jene grauſame Ent⸗

deckung . an das ungluͤckliche kleine Kind. . . . Auch hier,

mein Engel, muß ich als Schweſter mit Dir ſprechen .. als Freundin .. oder vielmehr als Mutter, die alle falſche Zuruͤckhaltung bei Seite ſetzt, alle luͤgenhafte falſche Scham, weil es ſich darum handelt, Dich aufzuklaͤren, nicht aber Dich zu betruͤgen. Höre alſo .. Im vergangenen Jahre war Scipio mit ſeinem Vater hier allein: er kannte Dich

nicht . . In dem Muͤſſiggange des Landlebens begegnet

ihm dieſes junge Maͤdchen und er macht ihr den Hof. Sie wird ihn angehört haben .. und das Uebrige weißt Du. Nun iſt dies allerdings, aus dem moraliſchen Geſichts⸗ punkte angeſehen, ſchlecht, ſehr ſchlecht; . aber ich muß Dir es leider ſagen, nach dem Geſichtspunkte der Welt . dieſer Welt, in der Du und ich leben, iſt Scipio's Hand⸗ lung das, was man .. eine Jugendkinderei nennt. Wenn morgen ganz Paris erfuͤhre, daß der Vicomte Scipio Duri⸗