Dir, die Du bald die Frau des Mannes ſein wirſt, den Du anbeteſt. Man muß, ſiechſt Du, mein Kind, die
Welt nehmen wie ſie nun einmal iſt .. die Dinge wie ſie
ſind. Du erſchreckſt Dich .. . Du leideſt von dem was Du Untheilnahme, Kaͤlte Scipio's nennſt. Warum denn? — Das liegt ſo in ſeinem Jahrhunderte .. . in ſeiner Zeit. Obgleich noch ſehr jung, affectirt er doch .. . und das habe ich ihm in Deiner Gegenwart vorgeworfen . . . wie die mei⸗ ſten Männer ſeines Alters, ein Losgekettetſein, eine verach⸗ tende Gleichgiltigkeit fur alle zärtlichen Gefuhle. Er wuͤrde die eiftige Art und Weiſe eines Verlobten fuͤr vollkommen lächerlich halten, er wuͤrde die Rolle eines Bräutigams aus der Provinz zu ſpielen glauben, wenn er Dich mit Aufmerk⸗ ſamkeiten und Zuvorkommenheit uͤberhäufte. .. . Und was ſind denn auch am Ende alle dieſe angenommenen Aeußer⸗ lichkeiten? Eben nur Aeußerlichkeiten . . Vorſpiegelungen „ die die wahre und tiefe Zuneigung, welche er fuͤr Dich fuhlt, nicht im Geringſten aͤndern. . . . Ja .. . denn er liebt Dich mehr als Du glaubſt .. . Und am Ende ſteht es mir zu, mir, die weiß was Du biſt, und werth biſt . . . Dich gegen Deine unſeligen Zweifel zu vertheidigen armer angebeteter Engel .. . Du haſt Scipio gewählt .. . Du liebſt ihn ſo ſehr, daß Du faſt daruber geſtorben wäreſt. —
Er hat durch ſeinen Vater um Deine Hand gebeten .. .
Deine beſcheidene Mitgift hat ihn nicht dazu reizen können; was mir an Vermogen uͤbrig geblieben, iſt ſehr wenig und Alles was Dein Onkel beſitzt, ſteht auf Leibrenten.“


