Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
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Tochter herabneigte, „Du wirſt mich am Ende noch ängſt⸗ lich wie Du ſelbſt biſt, denn eben jetzt, als Du aus⸗ riefſt, Du böſes, kleines, blindes Madchen, er liebt mich nicht mehr! habe auch ich einen Augenblick lang gezittert! Mich ſo an Dir zweifeln zu laſſen! . . . an der Allmacht Deiner Schönheit, dem anbetungswuͤrdigen Einfluſſe Dei⸗ nes Geiſtes und Herzens .. . das kann ich Dir gar nicht verzeihen! ... So kommen Sie denn, Miß, und laſſen Sie mich dieſe ſchoͤnen Augen durch lange Kuͤſſe ſchließen, weil dieſe ſchoͤnen Angen ſo ſchlecht ſehen, ſo ſchlecht uͤber Sei⸗ pio's Liebe urtheilen.“

Und damit druͤckte ſie ihre roſigen Lippen auf die wei⸗ ßen Augenlider Raphaelens.

Zum erſten Male in ihrem Leben fuhlte ſich Raphaele durch dieſe Sprache ihrer Mutter ſchmerzlich betroffen.

Das Vertrauen, die Ruhe von Miſtr. Wilſon nach den Vorgaͤngen dieſes Tages, fuͤr das Herz des jungen Maädchens ſo ſchmerzlichen Vorgängen, erfullten dieſes mit Staunen und Unruhe.

„Verzeihe mir, liebe Mutter,“ ſagte ſie verlegen, „wenn ich mich wundere, Dich ſo wenig Wichtigkeit auf das Alles legen zu ſehen, was heut geſchehen iſt .. . d

Miſtr. Wilſon unterbrach ihre Tochter und ſagte mit dem Ausdrucke ernſter Zaͤrtlichkeit zu ihr:

„Hoͤre, meine Geliebte, wir ſind zwei Schweſtern . .. ich will als verheirathete Frau mit Dir ſprechen .. mit