Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
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indem ſie flehend die Haͤnde nach ihr ausſtreckte und wie⸗ derholte: „Verfluche mich .. denn Du weißt noch nicht Alles 8

Miſtr. Wilſon richtete ſich plötzlich in ihrem Seſſel empor und fragte mit einem beunruhigten, durchdringenden Blicke ihre Tochter.

„Ich habe Deine blinde Zärtlichkeit fuͤr mich Dein gränzenloſes Vertrauen gemißbraucht,“ begann Ra⸗ phaele wieder mit tiefer Abſpannung.

Bei dieſen Worten beſtand Miſtr. Wilſons erſte Be⸗ wegung darin, zu ſchaudern, im Seſſel zuruͤckzuſinken und die Hände Raphaelens, die ſie in den ihren hielt, zuruckzu⸗ ſtoßen. Dann aber, daruͤber erröthend, daß ſie einen Augen⸗ blick an ihrer Tochter habe zweifeln koͤnnen, ob auch dieſe ſich ſelbſt anklage, ſagte ſie ihr:

„Du? mein Vertrauen mißbrauchen? Ich glaube Dir nicht . armer Engel.“

Dieſe Worte wurden mit einem Lächeln voll ſolcher Heiterkeit geſprochen, daß Raphaele von Staunen betroffen ſtumm und erſchuͤttert blieb.

„Nein, Du haſt meine Zärtlichkeit nicht mißbrauchen können, mein geliebtes Kind,“ begann die Mutter wieder. „Nach Deiner Gewohnheit uͤbertreibt Dein reines und gu⸗ tes Herz irgend eine Kinderei .. ſo wie Du die Kälte Scipio's uͤbertreibſt. .. Uebrigens, garſtiges Kind,“ ſetzte Miſtr. Wilſon lächelnd hinzu, indem ſie durch eine höchſt anmuthige Bewegung ihr reizendes Geſicht zu dem ihrer