Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſettes Kind. Vielleicht ſind mein Vater und meine Mutter durchaus genoͤthigt geweſen, mich ſo zu verlaſſen.“

„Wenn man ein Kind ſeiner Mutter nicht mit Ge⸗ walt wegnimmt oder waͤhrend ſie ſchlaͤft iſt ein Weib, das ſein Kind freiwillig vexlaͤßt, ein Ungeheuer!“ rief Madame Perrine mit ganz außerordentlicher Aufregung, und zum erſten Male ſeit ihrer Unterhaltung mit Bruydre rothete ſich ihr blaſſes Geſicht lebhaft und ihre Augen fun⸗ kelten. Kaum hatte Martins Mutter dieſe Worte ausgeſpro⸗ chen, als Bruydre einen herzzerreißenden Schrei ausſtieß, ihr Geſicht mit beiden Händen bedeckte und ihr zu Fuͤßen ſiel. .

„Gnade! Gnade!!“ rief ſie.

„Bruytre .. was iſt Dir? . warum bitteſt Du mich um Gnade?“ fragte Mad. Perrine, als ſie Schrecken, Schmerz, Verzweiflung ſich in den Zügen des jungen Maͤdchens malen ſah.

Dann aber begann ſie plotzlich wieder, indem ſie die urſache dieſer Aufregung zu errathen glaubte, mit ſchmerz⸗ licher Stimme, nun ſelbſt zu bitten:

„Bruyère! . verzeihe mir! ich, ich muß Dich um Gnade bitten, denn ohne es zu wollen „hingeriſſen durch die erſte Aufregung, habe ich vielleicht Deine Mutter be⸗ leidigt! Verzeihe mir! arme Kleine! . ich hatte Unrecht, ſo zu ſprechen, wie ich that.. Ach Du mein Gott! wie oft ... hat ein junges, ungluͤckliches.. verlaſſenes ..