Einer der Briefe enthielt Folgendes:
„Paris am 20. Oetober 1845. „Meine gute, geliebte Mutter.
„In wenigen Tagen werde ich Dich wiederſehen; bis dahin Geduld, Muth und Hoffnung. Vor Allem fuͤrchte Dich vor nichts. Claude wacht uͤber Dir, er ſteht fuͤr die Discretion des Pachters. Du gehſt nie während des Tages aus, der Graf Duriveau beſucht nie ſeine Meiereien und wenn Dich der Zufall ſelbſt ihm gegenuber brächte, ſo haſt Du doch nichts zu befuͤrchten. Der Graf hat Dich ſeit mehr als 30 Jahren nicht geſehen, und Du haſt ſo viel gelitten, arme Mutter, biſt ſo veraͤndert, daß er Dich un⸗ möglich wiedererkennen koͤnnte.
„Bald ſollſt Du meinen Plan erfahren, ſollſt erfahren, warum ich bei der Ruͤckkehr von meiner Reiſe in den Nor⸗ den, als mich die verſpaͤtigte Mittheilung von Claude nach Frankreich zuruͤckrief, nicht ohne Muͤhe und nur durch die vortrefflichen Empfehlungen eines meiner ehemaligen Herren dazu gelangt bin, als Kammerdiener von dem Gra⸗ fen Duriveau angenommen zu werden.
„In dieſer Hinſicht, theure, geliebte Mutter, ſage ich Dir nochmals, fuͤrchte nichts, die Probe hat ſtatt gefunden. . . Ich bin mit mir zufrieden. . . . Ich blieb ruhig, un⸗ durchdringlich in Gegenwart des Grafen, und ſagte mir doch ſelbſt waͤhrend dieſes bizarren Zuſammentreffens, um mich noch beſſer zu pruͤfen: Dieſer Mann, der mich jetzt mit einer ſo ſtolzen Verachtung befragt und era⸗


