Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
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ſchnittenen Munde irrte ein ſchwermuͤthiges Lächeln und

ihre Stirn ruhte eben jetzt nachdenkend in der Hand. Ma⸗ 5

dame Perrine trug ein ſehr reinliches Bauerncoſtuͤm, deſſen ſchwarzer Stoff die Weiße ihrer Haube wie ihres — Halstuches noch mehr hervortreten ließ.

Manchmal erſchutterte ein faſt eiiere Beben ihre Lippen und ſchwarzen Augenbrauen, ein fieberiſches Zucken als Folge einer ſchweren Krankheit.

Madame Perrine war viele Jahre lang geiſtesirr ge⸗ weſen.

Die Tobſucht, der ſie anfangs verfallen, hatte nach und nach ihren Charakter veraͤndert. Eine ſchmerzliche, aber un⸗ ſchaͤdliche Schwermuth war dem Wahnſinne gefolgt. Zeit und ſorgfaltige Abwartung hatten eine faſt vollſtaͤndige Hei⸗ lung bewirkt und die tiefe Ruhe, deren Mad. Perrine ſeit ihrem Einzuge in die Meierei von Grand⸗Genevrier genoß, hatte dieſe Heilung vollends gekraͤftigt.

Nach einer aufmerkſamen Beobachtung des Charakters dieſer Ungluͤcklichen und vor allen der verdachtvollen Em⸗ pfindlichkeit, die ihr in Folge ihres Leidens geblieben, hatte der Arzt ihr gegen alle gewoͤhnlichen Vorſchriften anempfoh⸗ len, beſonders waͤhrend der erſten Zeit wo ſie in der Meie⸗ rei ſein werde, ſich durchaus zuruͤckgezogen zu halten. Sie empfand auch in der That eine ſolche Demuͤthigung, eine ſo peinliche Scham uͤber ihre Vergangenheit, daß die Ge⸗ genwart ſelbſt wohlgeſinnter Perſonen ihr ein unbeſchreibli⸗ ches Mißbehagen und Leiden verurſacht haben wurde. Ohne