Eine jener auf dem Lande üͤblichen Beleuchtungsarten, ein Licht naͤmlich, deſſen Helle dadurch verdoppelt ward, daß es durch eine mit reinem Waſſer angefuͤllte Glaskugel ſchien, beleuchtete die Stube und warf einen hellen Schein auf eine an der Ecke des Kamins in einem Lehnſtuhle ſitzende Frau. Sie ſchien ſo in Gedanken verſenkt, daß ſie Bruyores Eintreten nicht bemerkte, welche ſtumm und unbeweglich an der Thuͤr ſtehen blieb.
Ohnweit dieſer Frau befand ſich ein kleines Arbeitskiſe ſen mit gruͤnem Tuch bekleidet, auf welchem ſich, an tau⸗ ſend kupferne Nadeln befeſtigt, weiße, feine Faͤden kreuzten, an deren Enden kleine Spindeln von Eichenholz hingen. Die auf dieſem Kiſſen angefangene Spitze war von bewun⸗ dernswerther Schoönheit. Man erkannte daran die Hand einer vortrefflichen Arbeiterin.
Madame Perrine, ſo nannte ſich dieſe Frau, ſchien etwa 45 Jahr alt. Sie mußte außerordentlich ſchön ge⸗ weſen ſein. Zwei Straͤhne ſchwarzen Haares, durch das weiße Bauernhaͤubchen gehalten, ſchloſſen ihre gleich ihrer uͤbrigen Geſichtsfarbe ſehr braune Stirn ein. Ihre ſchwar⸗ zen, ſehr offnen feurigen und von feingebogenen Brauen uͤberſchatteten Augen irrten bald im Weiten umher, bald ruhten ſie abwechſelnd auf den Gegenſtaͤnden, von denen wir gleich ſprechen werden. Der ſehr braune Teint Perri⸗ nens war bleich und etwas kraͤnklich. Die Magerkeit ihres Geſichts ließ dieſes laͤnger erſcheinen und die Adlernaſe trat daraus um ſo ſcharfer hervor. Auf ihrem anmuthig ge⸗


