Wenigen was der giebt, er Elende!! er giebt doch wenigſtens, und das iſt beſſer als gar Nichts.“
„Ja, guter Vater, Wenig iſt beſſer als Nichts, aber waͤre nicht Viel beſſer als Wenig? ... Und die Erde wuͤrde Ihnen Viel geben, die freigebige Mutter, wenn ſie hinrei⸗ chende Nahrung und Ruhe erhielte . und noch dazu nicht einmal vollſtaͤndige Ruhe, nein, denn der gütige Gott iſt ſo gnaͤdig, daß er gewollt hat, es ſolle fuͤr den Boden Ver⸗ änderung der Cultur eben ſo viel bewirken als Ruhe.“
„Wie das, liebe kleine Heilige?“ fragte der Greis immer verwunderter.
„Seit zehn Jahren geben Sie dieſem armen Boden
nur ein ganz klein wenig Nahrung und verlangen von ihm Korn und wieder Korn, und immer wieder Korn, nichts als Korn . . . Bedenken Sie nur, guter Vater! am Ende leidet die naͤhrende Kraft deſſelben darunter, erſchopft ſich und kann nichts mehr hervorbringen.“
Der Greis und ſein Sohn ſahen ſich unentſchloſſen und erſtaunt an. Sie waren Ackersleute, welche blindlings den Gebraͤuchen einer unwiſſenden Routine folgten, ſelten und nur wenig duͤngten und keinen Begriff von der ver⸗ ſtändig abwechſelnden und verſchiedenen Bodencultur hatten, welche ſo maͤchtig auf die Production einwirkt.
„Statt den Boden zu erſchoͤpfen, indem man ſtets dieſclbe Sache von ihm verlangt,“ fuhr Bruyere fort, „fol⸗
gen Sie meinem Rathe, guter Vater, und Sie werden bald Scheuern und Beutel gefuͤllt ſehen.“


