Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

—

werden, wenn es ein kleines warmes Bettchen, ein gutes Fleidchen, und ein oder zwei Monate jeden Tag ein wenig Milch haͤtte. . .. Nun denn! ſo bitte ich Sie, Herr Chou⸗ art, geben Sie der armen Mutter einen Arm voll Wolle. von Ihrer letzten Schafſchur, in einem halben Leinwand⸗ ſacke, das giebt dann eine Matratze. Ihre Haushaͤlterin wird wohl auch noch in irgend einem Schranke eine bar— chentne Jupe finden, woraus man zwei fuͤr das Kind ma⸗ chen kann, da haben wir das Kleidchen . . . Alle Tage ſetzen Sie einen Topf mit Milch bei Seite fuͤr den armen Kleinen . . . ſeine Mutter wird ihn bei Ihnen abholen .. . Thun Sie das, lieber Herr Chouart . .„ ſetzte Bruyore mit ſanfter, an's Herz gehender Stimme hinzu . . . „thun Sie das . . und ich bin dann Ihre Schuldnerin.“ 3

„Ja, ja . . gut! . . das will ich fuͤr dieſe brave Frau thun,“ rief der Mann mit dem großen Hute .. . „und das vom Herzen gern, aber fuͤr Dich, kleine Bruytre, aber fuͤr Dich?“

„Eines Tags will ich Ihnen ſchon ſagen, was ich wuͤnſche fuͤr eine andre arme Frau,“ ſagte Bruyère mit ſchwermuͤthigem Laͤcheln.

„Haha, ich verſtehe,“ erwiderte Herr Chouart mit feiner Miene, „Du . . das heißt ſo viel als die Andern. . Ja, ja, man hat ganz Recht, kleine Bruysre, Du biſt behept!“

„Oh! mein liebes Kind!“ rief die Mutter, ergriff Bruyeres Haͤnde und kuͤßte ſie wiederholt voll Dankbar⸗

—