Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
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Hunger erlitten . . . das iſt ſeine Krankheit, und gegen dieſe, ach! habe ich keine Worte.“

„So muß es denn ſterben, weil Sie keine Worte ge⸗ gen ſeine Krankheit hat?“ ſagte die Mutter ſchluchzend.

„Hat den Kleinen ein Arzt geſehen?“

„Es kommt nie einer zu uns . . es iſt zu weit, und dann koͤnnten wir ihn ja nie bezahlen . . nicht ein⸗ mal die Arzneien! Ungluckliche Leute wie wir, können keine Aerzte haben.“

Bruyeère betrachtet das Kind mit ſtiller Ruͤhrung. Ihr Herz blutet bei dem Gedanken, dieſe arme Mutter ohne ein Wort der Hoffnung fortzuſchicken.

„Und doch beduͤrfte es vielleicht nur ſehr wenig, um das armſelige, kleine Geſchoͤpf zu retten!“ begann Bruyere wieder mit nachdenkender Miene: .. „ein recht warmes Kleid .. ein recht trocknes Bett . . . und jeden Tag reine, laue Milch.“

„Guten Abend, kleine Bruydre,“ rief plotzlich eine

ſtarke frohliche Stimme.

Das junge Maͤdchen ſah wieder empor und einen gro⸗ ßen, magern und ſchwarzbraunen Mann mit einem breiten, runden, Sologniſchen Hute, weißer Blouſe und weißen Ga⸗ maſchen, mit ausgeſtreckten Haͤnden und freudeſtrahlendem Geſichte auf ſich zukommen. i

„Behuͤte Dich Gott,“ ſetzte er hinzu „als er Bruyere naͤher war, und das recht lange fur alle brave Leute, denn nach meinen Gedanken bis Du ſo ein klein wenig verwandt