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Frau traurig: „ich bin aus Saint⸗Rubin. Man ſagt im Thale, daß Sie Worte gegen Krankheiten wiſſe und da wollte ich Sie bitten, gegen die Krankheit meines armen Kindes hier zu ſprechen.“
Damit zeigte ſie auf ihr mit Lumpen bedecktes Kind. Es war bleich und furchtbar hager. Seine geſchwollnen Augen druͤckte unbeſiegbare Schlafſucht.
Bruyere ſchuͤttelte traurig das Haupt.
„Man hat Sie getauſcht, liebe Frau. . . ich weiß keine Worte gegen Kinderkrankheiten.“
„Man ſagt aber doch im Thale, daß Sie verwichnen Fruͤhling gegen die Krankheit einer ganzen Schaͤferei von Lämmern geſprochen, und faſt Alles davon gekommen
iſt. Thue Sie doch fuͤr dus kleine kranke Kind, das was
Sie fuͤr die Lämmer gethan hat, liebes Maͤdchen,“ ſagte ganz naiv die arme Frau mit flehendem Tone. „Ich will Ihr ſagen, wie es zugegangen iſt. Dieſer Kleine hier iſt, ſieht Sie, immer ſchwaͤchlicher geweſen als meine beiden Aelteſten .. . aber er hat ſich doch ſo hingeſchleppt. . . . Der Winter war, wie Sie weiß, ſehr hart. Im Herbſte hatte mein armer Mann die Fieber bekommen, als er Stoͤcke aus einem uberſchwemmten Boden gerodet. Dieſe Fieber haben ihm Arme und Beine gelähmt. Er arbeitet auf Tagelohn. Nun da ging's wie es gehen konnte. Aber unſer Brotkorb blieb gar ſehr oft leer. Ohne einige Handkorbe ausgekeimter Erdaͤpfel, die ein guter Nachbar uns gab, waͤren wir völlig Hungers ge⸗ ſtorben, und dann hat auch noch das letzte große Ungewitter


