Teil eines Werkes 
1. Bandes 2. Theil (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

nation oder vielmehr faſt unfehlbare Vorausſicht, mit der ſie uͤber laͤndliche Angelegenheiten begabt zu ſein ſchien, alle dieſe ſchuldloſen Außerordentlichkeiten ließen Bruyere in den Augen der naiven Bewohner dieſer einſamen Gegend fuͤr ein be⸗ hertes Weſen anſehen, das heißt, fuͤr ein Weſen, das un⸗ ter dem Einfluſſe eines Looſes oder Zaubers ſteht, das ſchon bei ihrer Geburt uͤber ſie geworfen worden. Ganz gegen die gewohnliche Art gemeinen Aberglaubens jedoch floßte Bruytre, ſtatt Furcht oder Entfernung zu veranlaſſen, Gefuͤhle des innigſten Dankes oder der aufrichtigſten Theil⸗ nahme ein, denn der etwas uͤbernatuͤrliche Einfluß, den man ihr zugeſtand, zeigte ſich nur durch geleiſtete Dienſte. Die arme kleine Truthuͤhnerhirtin fand in ihrer niedrigen Lage dennoch Mittel, Vielen dienſtlich und zuvorkommend fur Alle zu ſein.

Bei ihrem Eintritt in den Hof der Meierei war Brupere nicht gefolgt, noch vorausgeeilt, ſondern gaͤnzlich umgeben von ihrer zahlreichen Heerde mit ſchwarzem, glaͤn⸗ zendem Gefieder und ſcharlachrothem Kopfe. Zwei unge⸗ heure kalekutſche Hähne, Felche ſtolz Kamm und Unter⸗ lappen von glaͤnzendem Purpur, mit hellem Azurblau verſetzt, trugen, blieſen ſich in furchtbarem Stolze auf und ſchlugen ein Rad, indem ſie ihre Federn ſteiften und den Schweif verlaͤngerten, ſo daß ein koſtbarer Fächer von Ebenholz mit Dunkelgruͤn gemiſcht ſich zeigte. Beide verließen keine Mi⸗ nute, der eine rechts, der andere links, Bruyèren. Bald ſahen ſie ſie mit ihren rothen, kuhnen Augen an, bald