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So ſah denn der Knabe, nicht mehr denkend als etwa ein Thier, bald ſeine Heerde durch den feuchten und kalten Nebel, der ſie bis zur Hälfte verhuͤllte, weiden, bald folgte er mit maſchinenmaͤßigem Blicke in der Luft der langſamen Fluͤgelbewegung der Kibitze oder wilden Enten, bald hatte er, in eine noch dumpfere Apathie verſenkt, kein hoͤheres Le⸗ ben als das einer Auſter, und blieb ſo ſtundenlang ſitzen, die Stirn in die Hände gelegt und ſeine ſtieren Augen auf die ſtieren Augen ſeines Hundes gerichtet.
Und dieſes einſame, thieriſche, verdummende Leben, das den Menſchen zum Thier herabſetzt, war das jeden Tages fuͤr den ungluͤcklichen Knaben. Wie Tauſende von Weſen ſeines Alters und ſeiner Lage lebte er, ganzlich entfernt von auch nur dem mindeſten Unterrichte, in Mitten der wuͤſten Einoden nicht kluger noch duͤmmer als das Vieh, das er hü⸗
tete. Unbekannt mit auch nur den geringſten Begriffen von Böſe, Gerecht oder Unrecht, beſchraͤnkte ſich ſein Inſtinct darauf, ſeine Anſtrengungen mit denen ſeines Hundes zu vereinen, um die Heerde zu hindern, in das Gehau zu gehen, oder die jungen Sprößlinge abzuweiden, des Abends aber ſein Vieh, deſſen Lager er theilte, wieder zuruͤckzufuͤhren.
Und eine unzählige Menge Kreaturen werden geboren, leben und ſterben ſo in Unwiſſenheit und Abſtumpfung, ha⸗ ben nur das Anſehen von Menſchen, kennen von der Menſchheit nur ihre Schmerzen, ihr Elend, und wiſſen nicht, daß Gott ſie, wie Alle ausgeſtattet hat, indem er
ihnen eine Seele gab, die ſie an die Gottheit knupft, eine


