— —
Beleuchtete Sue in ſeinen „Geheimniſſen“ den Abgrund des menſchlichen Elends, ſo ſtellte er ſich in ſeinem „Ewigen Juden“ die Aufgabe, die lichtſcheuen geheimen Beſtrebungen einer großen, uͤber die Welt verbreiteten Geſell⸗ ſchaft zur Unterdruͤckung des neuerwachenden Geiſteslebens, zu enthuͤllen. Sein neuer Kampf galt dem Jeſuitismus, der ein geiſtiges Proletariat zu ſchaffen und zu erhal⸗ ten ſucht.
Moͤge ſeine Feder auch fernerhin das kraͤftige Schwert ſein, das der Luge, dem moraliſchen Elend und der Heuchelei einen unverſoͤhnlichen Krieg bereitet! Mag immerhin die große Menge der Schwaͤchlinge ſich mit Angſt von Sue abwenden und ihn als einen unmoraliſchen Schriftſteller dar⸗ ſtellen, weil er die Unmoralität der Geſellſchaft vor Aller Augen enthuͤllt: uns erſcheint er als ein durchaus moraliſcher Schriftſteller; denn, will man eine Wunde heilen, ſo muß man den Verband erſt abnehmen und ſie unterſuchen, und es kann daher auch nicht als Unmoralitaͤt gelten, wenn man die Wahrheit enthuͤllt und die Luge blosſtellt!
Und wie er als Schriftſteller erſcheint, ſo auch tritt er uns als Menſch im alltaͤglichen Leben entgegen. Denn Eugen Sue's Character iſt durchaus wohlwollend und acht⸗ bar, ſeine ganze Erſcheinung, ſeine Art und Weiſe im geſel⸗


