ſtillen Stunden unterhielt, bei Seite, zog ſich von der Ge⸗ ſellſchaft mehr zuruͤck und griff zur Feder. Und ſchon nach kurzer Zeit war der Seeroman „Kernock der Pirat“ voll⸗ endet, der, wenn auch durchaus nichts Ungewöhnliches dar⸗ ſtellend, doch von der reichen Phantaſie des lebhaften und fruchtbaren Geiſtes Sue's zeigte. Sue fand die Sache an⸗ ziehend, und angefeuert durch den gluͤcklichen Erfolg ſeines erſten Werkes, fuhr er fort zu ſchreiben, und ward bald einer der fruchtbarſten und beliebteſten Belletriſtiker Frankreichs.
Das erſte Werk Eugen Sue's ſchon verkuͤndete einen Geiſt frei von Vorurtheilen aller Art, eine Natur uͤbereinſtim⸗ mend in allen ihren einzelnen Richtungen, gluͤhend und ent⸗ flammt fuͤr alles Große und Schoͤne. Mitten in der Phantaſie des Erzaͤhlens, oft ſelbſt den Eindruck der Erzählung ſtörend, erkennt man doch immer den reichbegabten Beobachter, der um ſich herum das Boͤſe, wenn es ſich auch noch ſo ſchlau hinter dem Scheine der Tugend verbirgt, erkennt und den Triumph des Laſters und der Gewaltthätigkeit uns zeigt, das oͤfters als jene die Welt beherrſcht. So muß man denn oft die Kraft und Wahrheit Sue's bewundern, ohne ſich immer ihrer erfreuen zu koͤnnen, weil ſeine Phantaſie nur gar zu gern und allzu haͤufig mit dem Gräßlichen und Fuͤrchterlichen ſpielt, wodurch ſeine Darſtellungen oft uͤbertrieben ſcheinen.


